Zelten 2.0 – Technikzubehör für Festivals?

Zum Zelten benötigt man zweifellos ein Zelt, einen Schlafsack und eine Isomatte. Es gibt jedoch viele technische Helfer, die den Freizeitspaß komfortabler gestalten. So sind professionelle Camper mit Kochplatte, Fernseher, digitaler Spiegelreflexkamera oder iPad ausgestattet. Ist solch eine technische Ausrüstung auch auf Festivals angebracht? Oder sollten technische Geräte aus Sorge vor Stürzen, Diebstahl oder gar einer Überschwemmung des Zeltes lieber im sicheren Zuhause verwahrt werden?

In the summertime…

Im Sommer beginnt für viele die schönste Zeit des Jahres: die Festivalsaison. Sich für ein paar Tage einfach treiben zu lassen, neue Musik und nette Leute kennen zu lernen, zu zelten, zu feiern und zwanglose, ekstatische und fröhliche Momente zu erleben – das wünschen sich die Festivalbesucher. Auf den Festivals herrscht für ein paar Tage der Ausnahmezustand. Die einen tauchen auf der Fusion in eine bunte Parallelwelt ein, die anderen rocken auf dem Hurricane zu ihren Lieblingsbands ab. Vom Regen durchweichte Kleidung, Dosenravioli, lange Schlangen vor den Duschen und stinkende Dixi-Klos sind Zumutungen, die man dafür gerne in Kauf nimmt. Ob Rock, Pop, Metal, Indie, Elektro oder Worldmusic, für jeden gibt es das passende Festival.

Vorbereitungen treffen

Je näher der Tag der Anreise zum Festivalort rückt, desto intensiver bereitet man sich auf das Sommerevent vor: Mit wem möchte ich zusammen zelten? Wie komme ich hin? Welchen Künstler kann ich wann und auf welcher Bühne sehen? Was muss ich mitnehmen? Um die Vorbereitungen etwas zu erleichtern, helfen diverse Packlisten, die online verfügbar sind. Nicht vergessen werden sollten zum Beispiel Gummistiefel, Taschenlampe und Sonnencreme. Auch Dosenöffner, Müllsäcke, Magnesiumtabletten und Ohrstöpsel können in manchen Situationen sehr hilfreich sein. Stattet man sich zusätzlich mit Schminke, Masken, Haar- oder Schweißbändern im Retro-Look sowie Seifenblasen und Wasserpistolen aus, kommt man schon beim Packen in Feierlaune und ist bestens auf die mehrtägige Dauerparty eingestellt. Doch wie steht es mit elektronischen Geräten?

Welche Technik-Gadgets sind nützlich und welches Gerät sollte man lieber zu Hause lassen?

Aufs Handy wollen wohl die wenigsten verzichten, allerdings nützt es einem wenig, wenn der Gesprächspartner in der ersten Reihe vor der Hauptbühne steht und man nichts versteht oder das Netz wegen Überlastung zusammenbricht. Gute Sprachqualität, ein unempfindliches Gehäuse und ein leistungsstarker Akku machen das Handy festivaltauglich. Hat es eine Navigationsfunktion, kann es einem zudem die nächtliche Suche nach dem eigenen Zelt erleichtern. Da Steckdosen auf dem Festivalgelände bekanntlich Mangelware sind, ist es eine Überlegung wert, ein tragbares Solarladegerät mitzunehmen. Eine Möglichkeit wäre auch, statt des teuren Smartphones ein altes Handy, das robuster ist und weniger Strom verbraucht, oder einen Ersatzakku mitzunehmen. Anregungen für das geeignetste Festival-Handy geben auch diverse Internetforen.

Der gutaussehende Sänger der Newcomer-Band, die Licht-Show inklusive der vor der Bühne aufsteigenden Riesen-Seifenblasen, die kreative bis durchgeknallte Maskerade seiner Freunde und die hüpfende Menschenmasse vor der Hauptbühne sind Bilder, die einem im Gedächtnis bleiben. Umso mehr wünscht man sich, diese auch mit der Kamera festhalten zu können. Damit die Fotos mehr hergeben als kleine Punkte in der Ferne, wäre ein gutes Objektiv von Vorteil. Fotografiert man gerade nicht, sollte die Kamera immer in der Schutzhülle aufbewahrt werden, damit kein Schmutz oder Wasser eindringen kann. Spiegelreflex- und Videokameras sind auf einigen Festivals allerdings verboten, also informiert euch besser vorher auf den Internetseiten der Veranstalter. Digitalkameras oder auch Pocket-Kameras sind hingegen meistens zugelassen. Wenn man nicht das Risiko eingehen will, seine teure Fotoausrüstung zu verlieren oder zu beschädigen, könnte man auf eine Einwegkamera zurückgreifen. Bei der Qualität der Bilder muss man damit leider Abstriche machen, witzige Schnappschüsse können jedoch auch schöne Erinnerungen sein.

Laufen während eines Festivals beispielsweise die Fußball-EM oder die Olympischen Spiele, bleibt man auch zwischen Zelten und Bühnen am Ball beziehungsweise auf dem Laufenden, wenn man einen mobilen Mini-Fernseher im Gepäck hat. Hat man das Auto zu Hause stehen gelassen und ist mit der Bahn angereist, was zur Dezimierung des Gepäcks führte, kann man die Übertragung sportlicher Großereignisse natürlich auch im Radio beziehungsweise über den Radioempfang seines Handys oder MP3-Players verfolgen. Möchte man auf dem Zeltplatz das Radioprogramm oder die Musik vom MP3-Player beziehungsweise vom iPod/iPhone nicht nur über seine Kopfhörer hören, sollte man tragbare Lautsprecher aufstellen. Handgemachte tragbare Boxen mit ausgefallenem Design findet ihr zum Beispiel hier. Für Bastler gibt es online diverse Anleitungen, wie man sich selbst ein mobiles Soundsystem bauen kann.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für gute Stimmung auf dem Festivalgelände ist ein ausreichender Vorrat an alkoholischen Getränken, meistens Bier. Damit dieses auch am dritten Tag noch schmeckt, empfiehlt sich ein Mini-Kühlschrank, der natürlich auch für die Aufbewahrung von Käse, Wurst oder Milch praktisch ist. Um Wasser für die beim Campen beliebten Tütensuppen oder Instantnudeln zu erhitzen, leistet jeder herkömmliche Camping-Kocher gute Dienste.
Weiteres nützliches und kreatives Zubehör fürs Zelten wie die Pocket Shower oder den Grilleimer findet ihr beispielsweise hier.

Fazit

Obwohl einige technische Geräte sicherlich sehr nützlich sind, sollte man sich gut überlegen, ob man ihren Diebstahl, Verlust oder Beschädigungen während des Festivals riskieren möchte. Generell gilt, dass man keine Wertsachen unbeaufsichtigt im Zelt zurücklassen, sondern möglichst nah am Körper tragen sollte. Auf Grund der meist begrenzten Stromkapazitäten ist es ratsam, auf für das Zelten nicht notwendige Elektronik eher zu verzichten und sich auf das zu konzentrieren, weshalb man eigentlich zum Festival gefahren ist: gute Musik, nette Leute, ausgelassene Stimmung und den Spaß am Tanzen und am Feiern.

Hinterlasse einen Kommentar