Windows 8 – Wie gut ist das neue Betriebssystem?

Das neue Betriebssystem von Microsoft ist da: Windows 8. Um auf die Herausforderungen des Marktes zu reagieren, bricht Microsoft dafür mit alten Prinzipien. Die Oberfläche des Systems wurde für Tablets optimiert. Sie lässt sich nicht nur mit Maus und Tastatur, sondern auch mit dem Finger über einen Touchscreen bedienen. Windows 8 ist aber auch für Desktops ohne Touchscreen ausgelegt. Microsoft möchte damit den Spagat schaffen zwischen einem Betriebssystem, das sowohl für Laptops, Tablets als auch Smartphones geeignet ist.

Versionen von Windows 8

Es gibt insgesamt vier Versionen: Windows 8 (Core) und Windows 8 Pro, die im Laden erhältlich sind, sowie Windows 8 Enterprise und Windows RT. Die Enterprise-Version ist nur für Unternehmen relevant, die einen Vertrag mit Microsoft abgeschlossen haben, und Windows RT gibt es nur vorinstalliert, vor allem auf ARM-Tablets wie Microsofts Surface-Tablets. Dem privaten Nutzer bietet die Windows 8-Version, die seit dem 26. Oktober dieses Jahres verkauft wird, alle wesentlichen Funktionen.

Was verändert sich mit dem neuen Betriebssystem?

Startet man Windows 8, springt einem sofort die ungewohnte Kacheloptik ins Auge. Der neue Startbildschirm erscheint im Vollbildmodus. Zu sehen sind unter- und nebeneinander angeordnete bunte Kacheln und Anwendungen. Diese zeigen zum Beispiel das Wetter, das Datum, die Nachrichten oder Landkarten an. Zudem gibt es Apps für Musik, Bilder und den Cloud-Speicherdienst SkyDrive sowie den Online-Shop für weitere Apps.

Pro Windows 8

Neben dem Kachelbildschirm hat man auch die Möglichkeit, auf die herkömmliche Desktop-Ansicht zuzugreifen, indem man die Desktop-Kachel anklickt. Um zwischen den beiden Oberflächen zu wechseln, fährt man mit der Maus über die linke untere beziehungsweise obere Ecke des Bildschirms. Neu ist auch die „Charms-Bar“, die sich öffnet, wenn man den Mauszeiger in die rechte obere oder untere Ecke bewegt. Über die „Charms-Bar“ kann man zum Beispiel Inhalte teilen, suchen oder auf andere Geräte zugreifen. Das Betriebssystem bietet dem Nutzer mehr Farben und Muster zur Auswahl für den Startbildschirm an als Windows 7.

Angenehm ist auch, dass Windows 8 schneller startet als Windows 7. Zudem bringt die Version erstmals einen integrierten Virenscanner (Security Essentials) mit. Das ist besonders schön, da Windows 8 inkompatibel mit dem Virenscanner Free Antivirus von Avira ist. Von Vorteil ist außerdem, dass der Dateiversionsverlauf regelmäßig Dateien und Ordner sichert. Falls das System sich aufhängt oder andere Fehler auftreten, besteht die Möglichkeit, statt einer Neuinstallation Windows 8 „aufzufrischen“. So soll es möglich sein, das System wieder herzustellen ohne persönliche Daten zu verlieren.

Kontra Windows 8

Bevor man zum herkömmlichen Desktop gelangt, führt der Weg zunächst immer über die Kachelansicht. Diese kann unübersichtlich werden, da auch Desktop-Anwendungen als Kacheln dort zu sehen sind. Es ist fraglich, ob das Kacheldesign ohne Touchscreen überhaupt sinnvoll ist. Die Nutzer, die sich an frühere Windows-Betriebssysteme gewöhnt haben, werden irritiert sein, dass auf dem herkömmlichen Windows-Desktop weder Startmenü noch Startknopf zu finden sind. Auch die neuen aktiven Ecken sind zunächst verwirrend, da man versehentlich Fenster öffnen kann, wenn man über die Ecken des Bildschirms fährt.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass das Media Center fehlt, was zur Folge hat, dass nachgerüstet werden muss, um DVDs wiederzugeben. Ausweichen kann man allerdings auf den VLC Media Player, der kostenfrei heruntergeladen werden kann und kompatibel mit Windows 8 ist. Bevor man sich Windows 8 zulegt, sollte man sich erkundigen, welche Hard- und Softwareanforderungen bestehen. So laufen unter Umständen einige Spiele nicht richtig, wie beispielsweise Battlefield 3 (32 Bit) oder auch Call of Duty – Modern Warfare 3 (32 Bit). Auch einige Drucker, wie beispielsweise der Epson EC-01, könnten Probleme bereiten, da es hierfür noch nicht die notwendigen Treiber gibt.

Fazit

Vor allem für Tablet-PCs ist Windows 8 durch die leichte Bedienung per Touchscreen eine runde Sache. Anecken kann es jedoch bei Nutzern, die die herkömmliche Oberfläche von Microsoft Windows gewohnt sind, das Startmenü vermissen und Orientierungsprobleme bei der Kachelnavigation oder mit den aktiven Ecken haben. Zumindest Microsoft zieht bisher ein positives Fazit. Nach einem Monat sind bereits 40 Millionen Lizenzen von Windows 8 verkauft worden. Darunter fallen aber natürlich auch Vorinstallationen auf neu gekauften Rechnern. Vor allem neue Hardware-Entwicklungen wie Mischformen aus Netbook und Tablet werden zeigen, ob sich Windows 8 beweisen wird.

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