WhatsApp-Alternativen: Wechseln, aber wohin?

Mit rund 1,5 Milliarden Nutzern war WhatsApp laut Statista im Januar 2018 die unangefochtene Nummer eins unter den Messenger-Diensten. Doch die kostenlose Nutzung des Messengers bezahlen wir mit unseren Daten. Denn: Von all seinen Kunden kennt WhatsApp nicht nur die Handynummern. Der Anbieter weiß auch, wer im Adressbuch zu finden ist, ob diese Kontakte WhatsApp ebenfalls nutzen, wann sie online sind, wem sie wann schreiben, wo sie sich dabei aufhalten und sicher noch einiges mehr. Gruselig?!

Weg von WhatsApp: Gründe für den Wechsel

Wie vielen WhatsApp-Nutzern fällt es auch mir schwer, der Datenkrake den Rücken zu kehren. Zu viele Freunde sind ausschließlich über diese App erreichbar. Dabei gibt es mittlerweile viele gute Alternativen zu WhatsApp – auch sicherere. Um Familie und Freunde vom Wechsel zu überzeugen, hilft es, ein paar Fakten zur Hand zu haben.

Fakten über WhatsApp

Seit 2014 gehört WhatsApp zum Facebook-Konzern. Hat Facebook-Gründer und -CEO Mark Zuckerberg bei der Übernahme noch versprochen, WhatsApp bleibe eigenständig, sieht die Realität mittlerweile anders aus: Bis spätestens Anfang 2020 sollen die Messenger von Facebook, Instagram und WhatsApp verschmelzen. Alle drei Apps werden laut Facebook zwar weiterhin einzeln verfügbar bleiben, die darunterliegende Messenger-Infrastruktur will das Unternehmen jedoch vereinheitlichen und so den Austausch von Nachrichten auch zwischen Nutzern der einzelnen Apps ermöglichen. Hey, das klingt doch super! Oder etwa nicht?

WhatsApp: Datenschützer warnen

Datenschützer warnen vor einer Bündelung der Nutzerdaten aus den sozialen Netzwerken, die es dem Facebook-Konzern ermöglicht, ein rundum ausgefeiltes Profil seiner Nutzer zu erstellen. Zwar verschlüsselt WhatsApp alle Nachrichten, die du verschickst. Deine persönlichen Daten wie Name und Telefonnummer speichert die App jedoch. Auch auf dein komplettes Adressbuch gibst du ihr Zugriff, womit du dich – insbesondere wenn du die App beruflich nutzt – einem rechtlichen Risiko aussetzt, da du so die Daten deiner Kontakte ohne ihre Zustimmung weitergibst.

Metadaten, Werbung und Analytica-Skandal

Und damit nicht genug: Ebenso deine Metadaten, also die Daten über deine Daten, greift WhatsApp fleißig ab. So erhält der Messenger zum Beispiel exakte Informationen darüber, wann du mit wem kommunizierst, wo du dich beim Abschicken der Nachricht aufhältst und zu welcher Tageszeit du die App besonders häufig nutzt. Metadaten sind gut strukturiert und können deswegen schnell verarbeitet und miteinander verknüpft werden. In Kombination mit anderen Daten, wie zum Beispiel von Websites, die du besucht hast oder Facebook-Gruppen, denen du angehörst, kann dich der Facebook-Konzern sehr genau kennenlernen. Profiling nennen Experten das. Diese Informationen werden laut Facebook-FAQ nur innerhalb des Facebook-Unternehmens geteilt und sind nicht für Drittunternehmen oder für andere Facebook- und WhatsApp-Nutzer sichtbar. Spätestens seit dem Cambridge-Analytica-Skandal, bei dem Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern mit der Firma Cambridge Analytics geteilt worden sind, ist aber klar, dass die gespeicherten Daten auch anderweitig genutzt werden können. Außerdem sollte sich jeder WhatsApp-Nutzer mal fragen, ob er wirklich seine persönlichen Daten für Facebook-Marketingzwecke hergeben möchte.

Die im Februar eingeführte Werbung auf WhatsApp führt außerdem zu der Befürchtung, die bisher vorhandene Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Nachrichten könne möglicherweise aufgeweicht werden, um WhatsApp-Nutzern personalisierte Werbung auszuspielen. Vorerst soll die Werbung ausschließlich im Status angezeigt werden. Langfristig wird es aber sicherlich nicht dabei bleiben.

Es gibt also eine Menge Gründe, die WhatsApp-Alternativen noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Welche Messenger sind sichere Alternativen zu WhatsApp? Und welcher dieser Messenger überzeugt am meisten?

WhatsApp-Alternative: Telegram

WhatsApp-Alternative: Telegram

Telegram ist eine beliebte WhatsApp-Alternative. Über 200 Millonen aktive Nutzer hat der Open-Source-Messenger.

Möglichst hohe Nutzerzahlen sind ein wichtiger Faktor für eine Messenger-App. Schließlich kannst du Familie, Freunde und Bekannte nur anschreiben, wenn sie die App ebenfalls nutzen. Mit über 200 Millionen aktiven Nutzern ist Telegram die am weitesten verbreitete Alternative zu WhatsApp.

Datenversand: verschlüsselt und unverschlüsselt

Nachrichten kannst du in Telegram auf zwei unterschiedliche Arten verschicken: verschlüsselt oder unverschlüsselt. Der Standard ist unverschlüsselt. Die Nachrichten speichert der Messenger in einer Cloud. Vorteil davon ist, dass du unbegrenzt Daten verschicken kannst, ohne dass sich dein Smartphone mit Datenmüll füllt. Smartphone, PC und Web-App, die du im Browser öffnest, synchronisieren durch die Cloud-Lösung deine Nachrichten und Bilder, sodass du von überall darauf zugreifen kannst. Der Nachteil dieses Services ist, dass deine Nachrichten ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf den Telegram-Servern gespeichert werden. Theoretisch sind deine Nachrichten also für den Betreiber und jeden, der Zugriff auf den Server erlangt, lesbar.

Sicherheit basiert auf Vertrauen in Telegram-Betreiber

Unter anderem Edward Snowden und Krypto-Experte Moxie Marlinspike, der unter anderem das Signal-Protocol mitentwickelt hat, kritisieren daher Telegram dafür, dass Sicherheit hier allein auf Vertrauen in die Betreiber basiert. Nur in seinem zweiten Versandmodus – den „geheimen Chats“ – verwendet Telegram eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die in geheimen Chats verschickten Nachrichten speichert die App ausschließlich auf den Endgeräten der jeweiligen Nutzer. Sind die Nachrichten richtig geheim, kannst du sogar einstellen, dass sie sich selbst löschen. Dafür bietet dir Telegram eine Zeitspanne von einer Sekunde bis zu einer Woche zur Auswahl an. Das Feature „Geheimer Chat“ musst du jedoch manuell auswählen und es steht nur für Unterhaltungen zwischen zwei Nutzern, nicht aber für Gruppen oder Kanäle zur Verfügung.

Telegram als Open-Source-Messenger

Im Gegensatz zu WhatsApp ist Telegram ein Open-Source-Messenger: Jeder Nutzer kann den Quellcode einsehen und mittels Bots zusätzliche Features, wie zum Beispiel Sticker, für die gesamte Community programmieren. Der Code der Telegram-Clients – nicht jedoch des Servers – ist größtenteils öffentlich verfügbar und unter der GNU GPL lizenziert. Für den Server wird eine offene Programmierschnittstelle angeboten.

Vorteile Nachteile
✔ App ist Open Source ✘ Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist nicht Standard
✔ Cloudbasiert, Zugriff von verschiedenen Endgeräten ✘ Server nicht Open Source
✔ Selbstzerstörfunktion für Nachrichten ✘ Speichert Metadaten
✔ Werbefrei ✘ Cloud beeinträchtigt Datenschutz
✔ Kostenlos ✘ Wenig Transparenz über das Unternehmen selbst

 

Threema: Der kostenpflichtige Messenger-Dienst

WhatsApp-Alternative: Threema

Threema hat sich die Sicherheit von Nutzerdaten auf die Fahne geschrieben. Der Schweizer Messenger-Dienst lässt sich sogar anonym nutzen.

Auch Threema ist eine bekannte WhatsApp-Alternative. Von der WhatsApp-Übernahme durch Facebook im Jahr 2014 hat der Schweizer Messenger-Anbieter profitiert: Mit rund fünf Millionen privaten Nutzern – eine Version für Unternehmen gibt es auch – ist die App längst kein kleines Licht mehr. Verglichen mit WhatsApp und Telegram ist bei der Verbreitung allerdings noch deutlich Luft nach oben. Entscheidest du dich für Threema, wirst du zunächst einmal Überzeugungsarbeit bei Familie und Freunden leisten müssen, um weiterhin all deine Kontakte über eine App erreichen zu können. Denn die App ist im Gegensatz zu den beiden großen Fischen kostenpflichtig. Für einmalig rund drei Euro hast du mit Threema aber einen Messenger, der sich die Sicherheit von Nutzerdaten auf die Fahne geschrieben hat und auf Werbung verzichtet.

Anonym unterwegs mit Threema

Im Gegensatz zu fast allen anderen Messengern kannst du Threema komplett anonym nutzen. Bei der ersten Anmeldung erhältst du eine Threema-ID und legst deinen Nickname fest. Darüber können dich Freunde, Bekannte und Verwandte finden. Angaben zur Handynummer oder E-Mail-Adresse sind optional. Außerdem ist in Threema jegliche Form der Kommunikation Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Dazu gehören nicht nur reguläre Nachrichten, sondern auch versendeten Dateien, Sprachnachrichten oder Anrufe. Vom Server werden die Nachrichten gelöscht, sobald sie erfolgreich an den Empfänger übermittelt worden sind.

Daten gehen nicht an Server

Gruppen und Kontaktlisten werden zudem nur auf dem Smartphone oder Tablet verwaltet und nicht an den Server übermittelt. Stellst du beim ersten Starten der App die Synchronisation aus, liest Threema Telefonkontakte nicht aus. Entscheidest du dich für einen Abgleich deines Adressbuchs mit bestehenden Threema-Nutzern, werden diese Daten anonymisiert auf den Server übertragen. Dies geschieht in Form von kryptographischen Hashes – einer Verschlüsselungs- bzw. Pseudonymisierungs-Technik – die nach dem Abgleich wieder gelöscht werden.

Einen weiteren großen Vorteil WhatsApp gegenüber hat Threema: Die App speichert keine Metadaten, also Informationen darüber, wer wann mit wem kommuniziert. Da die Server von Threema ihren Standort in der Schweiz haben, unterliegt das Unternehmen zudem den Datenschutzrichtlinien der Schweiz, die deutlich strenger sind, als die der USA. Threemas Bonus: Die App ist DSGVO-konform!

Open Source ist der Code des Schweizer Anbieters jedoch nicht, was Threema damit begründet, Patent auf seine Technologie angemeldet zu haben. Jedoch haben Sicherheitsforscher der FH Münster wie auch ein Schweizer IT-Forschungsinstitut den Messenger auf Herz und Nieren geprüft. Dabei sind sie auf keine kritischen Lücken gestoßen.

Threema-Bonus: Umfrage-Funktion

Eine besondere Funktion hat Threema für Gruppenchats in petto: Dort kannst du Umfragen erstellen, zum Beispiel, um dich mit deinen Freunden auf ein Restaurant zu einigen. Anstatt einen Wust an Antworten durchforsten zu müssen, präsentiert dieses Tool allen Gruppenmitgliedern ihren Favoriten auf einen Blick.

Allerdings gibt es bei Threema auch einen Wehrmutstropfen: Videoanrufe sind mit dieser App leider nicht möglich.

Vorteile Nachteile
✔ Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist Standard ✘ Nicht Open Source
✔ DSGVO-konform ✘ Vergleichsweise wenige Nutzer
✔ Anonym nutzbar dank Threema-ID ✘ Nicht kostenlos
✔ Werbefrei ✘ Keine Videotelefonie möglich
✔ PIN-Sperrfunktion
✔ Unternehmenssitz in der Schweiz
✔ Speichert kaum Metadaten
✔ Praktische Umfrage-Option

 

WhatsApp-Alternative: Signal

WhatsApp-Alternative: Signal

Signal basiert auf dem Zero-Knowledge-Prinzip: Wer wann mit wem worüber redet, soll geheim bleiben.

Signal ist Edward Snowdens Messenger erster Wahl. Auch Datenschutzexperten empfehlen die App immer wieder. Über fünf Millionen Nutzer hat Signal bereits. Der 2014 erschienene Messenger der Signal-Stiftung basiert auf dem Zero-Knowledge-Prinzip: Die Betreiber sollen keinerlei Informationen darüber erhalten, wer wann mit wem über was redet. Nachrichten- und Gesprächsinhalte werden daher standardmäßig durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt. Außerdem werden sie nach der Übermittlung automatisch vom Server gelöscht.

Keine Erhebung von Metadaten bei Signal

Gemäß dem Zero-Knowledge-Prinzip verzichtet der aus Spendengeldern finanzierte Messenger auf die Erhebung von Metadaten. Dafür wird auch die Absenderadresse vor dem Versenden einer Nachricht verschlüsselt, sodass selbst beim Abgreifen einer Nachricht nicht rekonstruiert werden könnte, wer mit wem kommuniziert. Signal weiß also nicht, wann du mit wem wie lange chattest. Nutzerprofile, bestehend aus Name und Foto, verschlüsselt Signal ebenfalls. Allerdings ist der Zugriff auf das Adressbuch nötig, um die App nutzen zu können. Wie bei Threema werden die Telefonnummern aus dem Kontaktbuch eines Nutzers zur Überprüfung, ob die Kontakte bei Signal registriert sind, jedoch lediglich temporär als kryptographische Hashes an den Server übermittelt. Verschlüsselungsspezialisten kritisieren an dieser Technik, dass Telefonnummern relativ leicht wiederhergestellt werden können.

Pluspunkte: Open-Source und DSGVO-konform

Der komplette Quellcode der Signal-Clients und des Servers ist öffentlich auf GitHub verfügbar. Da die App eine Open-Source-Entwicklung ist, kann die Community bei der Verbesserung mithelfen und Sicherheitslücken schnell schließen. Das Verschlüsselungsprotokoll von Signal nutzen übrigens inzwischen auch WhatsApp und Skype als Vorlage für ihre Ende-zu-Ende-Verschlüsselung – in angepasster Form.

Ein Nachteil dieser WhatsApp-Alternative ist, dass Signal neben den Grundfunktionen eines Messengers keine Spielereien bietet. Es gibt zum Beispiel keine Sticker oder Animojis. Die gängigen Messaging-Funktionen – von Textnachrichten über den Versand von Bildern bis hin zu Gruppen-Chats sowie Sprach- und Videoanrufen – beherrscht Signal jedoch aus dem Effeff. Ebenso wie in Telegram und Threema kannst du auch in Signal Nachrichten dank Selbstzerstörfunktion löschen. Wem diese Funktionalitäten ausreichen, der hat mit Signal einen DSGVO-konformen Messenger.

Vorteile Nachteile
✔ Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist Standard ✘ Zugriff auf das Adressbuch obligatorisch
✔ Open Source ✘ Vergleichsweise wenige Nutzer
✔ Speichert kaum Metadaten ✘ Keine Back-up-Funktion
✔ PIN-Sperrfunktion ✘ Keine Sticker oder Animojis
✔ Auch verschlüsselte Telefonate möglich
✔ Selbstzerstörfunktion für Nachrichten

 

Wire – Die Schweizer WhatsApp-Alternative

WhatsApp-Alternative: Wire

Der Schweizer Messenger Wire tritt an, um die sichere Kommunikation zu revolutionieren.

Die Schweizer App Wire tritt an, um die „sichere Kommunikation [zu]revolutionieren“. Programmiert wird sie unter anderem von Mitgliedern des ursprünglichen Skype-Teams in Berlin. Wie bei Threema und Signal, sind sämtliche Nachrichten auch in Wire standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt und werden nur temporär – maximal 30 Tage – auf den Servern gespeichert. Der Programmcode der App ist Open Source, also für jeden einsehbar. Zudem hat das Unternehmen seine Produkte durch unabhängige Experten von Kudelski Security und X41 D-Sec prüfen lassen. Bei diesen Sicherheits-Audits stießen sie auf keine kritischen Lücken.

Bedingte Speicherung von Metadaten

Mit Metadaten geht Wire sparsamer um als WhatsApp, jedoch speichert auch dieser Messenger folgende Metadaten auf seinen Backend-Servern:

  • Information dazu, wer eine Unterhaltung initiiert hat
  • Zeitpunkt der Initiierung der Unterhaltung
  • Teilnehmer einer Unterhaltung inklusive ihrer Geräteinformationen – diese Informationen werden laut Wire genutzt, um auf neuen Geräten die bestehende Gruppenzugehörigkeit anzuzeigen sowie die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für die Unterhaltung sicherzustellen
  • Titel der Unterhaltung

Um diese Metadaten zu verschlüsseln, nutzt Wire Transportverschlüsselung.

Auch Wire speichert nicht auf dem Server

Das Adressbuch liest die App nur nach Zustimmung aus. Alternativ ist es möglich, Kontakte manuell anzulegen. Entscheidest du dich für die Synchronisierung deiner Kontakte, werden die Telefonnummern des Kontakts lokal gehasht, verschlüsselt an die Wire-Server übertragen und dort in Echtzeit geprüft, ob der Kontakt Wire bereits verwendet. Dieses Matchen findet im Arbeitsspeicher des Servers statt. Kontakte werden somit nicht auf dem Server gespeichert, sondern direkt nach dem Matchen wieder verworfen. Laut Wire speichert das Unternehmen die Inhalte deines Adressbuchs zu keinem Zeitpunkt auf seinen Servern und greift auch keine weiteren Informationen – wie Adresse, Geburtstage etc. – aus dem Adressbuch ab. Um dich selbst bei Wire anzumelden, musst du jedoch deine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse angeben. Ganz anonym nutzen kannst du die App also nicht. Wire behält sich außerdem die Datenweitergabe an Dritte unter gewissen Voraussetzungen vor, zum Beispiel im Zusammenhang mit der Durchsetzung der Nutzungsbedingungen oder um seine Rechte zu schützen. Auch weist der Anbieter auf eine mögliche Weitergabe im Falle eines Unternehmenskaufs hin.

Optionale Fehlerberichte

Die App sendet anonymisierte Nutzungs- und Fehlerberichte, um Wire zu verbessern. Diese Berichte sind optional, du kannst sie jederzeit in den Einstellungen ausschalten. Mehr dazu verrät Wire in seinem englischsprachigen Privacy Whitepaper. IT-Security-Blogger Mike Kuketz kritisiert jedoch, dass unmittelbar nach dem Start der App – noch vor der Zustimmung irgendwelcher Freigabeaufforderungen – App-Tracker von Drittanbietern zum Einsatz kommen.

Wire: Modernes Design und Screen-Sharing-Feature

Die Benutzeroberfläche kommt modern daher und hat einiges in petto: Neben normalen Textnachrichten können Nutzer auch in der App gemalte Bilder oder GIFs verschicken. Für die Suche nach GIFs bindet die App Giphy ein, also einen externen Anbieter der deine Nutzungsdaten möglicherweise speichert. Nutzer der App können ihre Sprachnachrichten außerdem vor dem Versand mit Filtern bearbeiten – vermutlich eher ein Schmankerl für jüngere Generationen. Ein Highlight ist das Screen-Sharing-Feature, das Nutzer über die Desktop-Version verwenden können. So können sie ihre Bildschirmansicht mit Kontakten teilen – auch mit denen, die die App auf dem Handy nutzen.

Das Besondere bei Wire: Ebenso wie Nachrichten oder Videoanrufe schützt das Unternehmen die Bildschirmübertragung durch eine Ende-zu-Ende-verschlüsselte Verbindung. Über das Sanduhrsymbol rechts neben der Texteingabe kannst du wie in Signal, Telegram und Threema festlegen, ob und wann sich die verschickte Nachricht selbst zerstören soll. Für Gruppenchats kannst du sogar einstellen, dass alle Nachrichten nur temporär im Chat angezeigt und nach einer von dir festgelegten Zeit automatisch gelöscht werden. Bis zu 300 Teilnehmer erlaubt Wire übrigens in Gruppenchats. In der für Organisationen entwickelten Pro-Variante ermöglicht ein sicherer Gästebereich zudem auch externen Teilnehmern für 24 Stunden an einer Unterhaltung teilzuhaben.

Vorteile Nachteile
✔ Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist Standard ✘ Nicht anonym nutzbar
✔ Open Source ✘ Vergleichsweise wenige Nutzer
✔ Sparsam mit Metadaten ✘ Behält sich die Weitergabe von Nutzerdaten vor
✔ PIN-Sperrfunktion ✘ Nutzt App-Tracker
✔ Selbstzerstörfunktion für Nachrichten
✔ Screen-Sharing-Funktion

 

WhatsApp-Alternativen: Das Fazit

Wer auf der Suche nach einer WhatsApp-Alternative ist, die standardmäßig mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung daherkommt, sollte sich Signal, Threema und Wire genauer anschauen. Alle drei verschlüsseln versandte Nachrichten und Anrufe per se.

Sowohl bei Signal als auch bei Wire handelt es sich um Open-Source-Messenger. Threema hingegen hat seinen Quellcode nicht veröffentlicht – setzt also auf das Vertrauen seiner User. Allerdings können Nutzer diese App auch ohne Angabe ihrer Telefonnummer oder E-Mail-Adresse nutzen. Die bei Anmeldung erstellte Threema-ID macht es möglich – ein Alleinstellungsmerkmal von Threema und ein großer Pluspunkt für alle, die möglichst anonym bleiben möchten. Auch die integrierte Umfrageoption ist sicherlich ein nettes Feature. Allerdings hat Threema ein Manko: Zwar sind Anrufe verschlüsselt, Videoanrufe sind über diese App jedoch nicht möglich. Von allen vorgestellten Messengern ist Threema außerdem mit einmalig 2,99 Euro für Android-Geräte bzw. 3,49 Euro für iPhones der einzige kostenpflichtige – wenn auch nicht teuer.

Telegram ist von den vier Messenger-Alternativen diejenige mit dem größten Funktionsumfang – Bots sei Dank! Zudem ist sie mit über 200 Millionen aktiven Nutzern die mit Abstand am weitesten verbreitete Alternative zu WhatsApp. Was den meisten Nutzern aber wohl nicht bewusst sein dürfte, ist, dass Telegram sämtliche Nachrichten unverschlüsselt auf den Servern speichert – das macht laut eigenen Aussagen nicht einmal mehr WhatsApp. Lediglich in sogenannten „geheimen Chats“ werden Konversationen Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Für Gruppenchats steht dieser Schutz jedoch nicht zur Verfügung.

Die Wahl des persönlichen Messengers ist letzten Endes auch ein Stück weit Geschmackssache. Vor allem aber kostet der Wechsel Überzeugungskraft bei Freunden und Familie. Vielleicht helfen dir unsere Infos, deinem Umfeld eine Alternative aufzuzeigen. Du hast Feedback? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar!

2 Kommentare

  1. Die optimale WhatsApp Alternative ist definitiv https://delta.chat/de/

    Basierend auf E-Mail (IMAP und SMTP) erreicht man praktisch jeden der eine gültige E-Mail-Adresse hat.

    Sieht aus wie ein Messenger, fühlt sich an wie ein Messenger, ist ein Messenger (nur im Hintergrund ist es eben E-Mail)

    • Hallo Delta Chat-Fan,
      danke für den Input. Den Messenger schauen wir uns gerne mal an.
      Viele Grüße
      Meike vom Social Media Team

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