Vive: Der Rolls-Royce unter den Virtual-Reality-Brillen

Seit Ende Februar kann sie vorbestellt werden – die Virtual-Reality-Brille Vive. Mit stolzen 899 Euro seid ihr dabei und könnt ab Mai dieses Jahres erleben, wie die Datenbrille das Lernen und Spielen revolutioniert. Denn dann wird Vive nach Angaben der Hersteller HTC und Valve erstmals ausgeliefert.

Spannende Virtual-Reality-Offensive

Mit Vive bekommt ihr ein Headset, zwei drahtlose Controller und zwei Basisstationen für 360°-Bewegungsverfolgung im gesamten Raum. Die Virtual-Reality-Brille arbeitet ungleich seiner Konkurrenz mit zwei Displays – eines für jedes Auge – mit einer Auflösung von 2.160 x 1.200 Pixeln. 90 Bilder in der Sekunde ermöglichen ein ruhiges Seherlebnis. Wer den kompletten Umfang der Möglichkeiten von Vive nutzen möchte, sollte über einen leer stehenden Raum von mindestens 20 Quadratmetern verfügen. 25 Quadratmeter sollte das Zimmer jedoch nicht für das optimale Spielgefühl überschreiten. Platz schaffen, heißt also die Devise.

Das Positionstracking

Absolutes Highlight von Vive ist das ausgereifte Positionstracking. Um ein hochpräzises Tracking sicherzustellen, müsst ihr vorab die beiden Basisstationen in Würfelform – zusammen Lighthouse genannt – an den gegenüberliegenden Deckenecken des Zimmers platzieren. Jede Basis sendet zwei Laserstrahlen, einen vertikal und einen horizontal, in den Raum, die von Fotowiderständen auf Headset und Controllern erkannt werden. Mittels zeitlicher Differenz zwischen Aussenden und Auftreffen der Laserstrahlen auf den Fotowiderständen wird die exakte Position der Vive und der beiden Controller errechnet. Basierend auf den gewonnenen Daten kann die Software des Systems den Raum vermessen und die Bewegungen des Nutzers in die Virtual Reality übertragen. Die Laserstrahlen ermöglichen so ein verzögerungsfreies Tracking von Kopf und Händen, beinahe ohne Verkabelung. Lediglich ein HDMI-Kabel für die Vernetzung von Controller, Brille und PC ist nötig.

Im Video seht ihr, wie ihr euren Raum für Vive vorbereitet. Ist alles eingerichtet und die Brille kalibriert, scannt die Lighthouse-Basisstation zunächst die Beschaffenheit des Raums. Virtuelle Wände befinden sich dort, wo auch reale Wände sind und der Träger hat das Gefühl, er würde sich tatsächlich im Raum bewegen. Fasst der Spieler etwa eine virtuelle Mauer an, so geschieht dies auch in Wirklichkeit. Die Controller wiederum simulieren die menschlichen Hände. Insgesamt drei Feuerknöpfe pro Hand – einer davon auf der Seite jedes Controllers – lassen das Spielerherz höher schlagen.

Pros und Cons der Vive

Ein großes Plus ist das hochsensible Positionstracking. Millimetergenaues Tracking ist für die Spielqualität wichtig, da so der sogenannten „Motion Sickness“ – also dem Schwindel, der bei unnatürlichen Bewegungen entsteht – vorgebeugt wird. Noch nicht gut gelöst ist meiner Meinung nach die Vernetzung der Controller mit der Brille und dem PC mittels HDMI-Kabel. Die Kabel laufen den Körper entlang und ein Klettverschluss verhindert, dass man sich bei den abenteuerlichen Erkundungen und Drehungen verheddert. Angedacht ist jedoch – und dies zum Trost aller Vive-Fans – dass die Brille in Zukunft kabellos funktioniert. Der Preis ist durchaus sportlich, aber muss aufgrund der herausragenden Eigenschaften der Brille kein Minuspunkt verglichen zur Konkurrenz sein. Positiv ist zu bewerten, dass für alle Vorbesteller zwei Spiele mit im Paket sind: Job Simulator und Fantastic Contraption.

Herausforderung Raumgefühl

Ich selbst habe Vive zwar noch nicht in den Händen gehalten, konnte dafür aber schon andere VR-Brillen austesten. Am Anfang ist es tatsächlich nicht einfach, ein Raumgefühl zu bekommen. Doch die Virtual-Reality-Erfahrung bessert sich schnell. Sobald ihr euch in der Nähe der Begrenzungen des Tracking-Bereichs bewegt, werdet ihr durch Warnmeldungen darauf aufmerksam gemacht. Ihr braucht also keine Angst davor zu haben, mit der VR-Brille gegen die Wand zu rennen und euch eine fette Beule zu holen.

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