Uni, Studenten und mobile Endgeräte – unzertrennlich?

Mithilfe des Smartphones auf dem Weg in die Uni den richtigen Hörsaal raussuchen oder die letzten E-Mails bezüglich des morgigen Referats beantworten, auf Facebook mit den Kommilitonen zum „Mensen“ verabreden, dem Professor auf Twitter folgen, auf dem iPad die aktuellsten Nachrichten miterleben oder aber, ganz traditionell, die Bachelorarbeit auf dem Laptop verfassen. Die Technik und insbesondere die neuen mobilen Endgeräte spielen eine immer größere Rolle im Leben der heutigen Studenten. Was sagen die neuesten Forschungsergebnisse über das Nutzungsverhalten der Studenten? Was sind die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich? Und wann müssen Studenten in der Uni besonders aufpassen?

Forschungsergebnisse

Die Zahl der sogenannten „Onliner“  hat sich laut der ARD/ZDF-Onlinestudie in den letzten zehn Jahren in Deutschland fast verdoppelt. Bei den 20 bis 29-Jährigen nutzen beispielsweise 9,6 Millionen gelegentlich das Internet. 70 % der 14 bis 29-Jährigen nutzt das Internet über den Computer oder PC, 60 % über das Laptop und 29 % über das Handy. Bei Studenten dürfte die Zahl noch um einiges höher liegen. Dieses zeigt auch eine in Amerika von „Wakefield Research“ durchgeführte Studie, die sich mit dem Umgang der Studenten mit  mobilen Endgeräten beschäftigt. Demnach haben von den befragten amerikanischen Studenten 98 % ein digitales Gerät und 27 % sagen ihr Laptop ist der wichtigste Gegenstand in ihrer Tasche. 91 % kontaktieren ihre Professoren über E-Mail und drei von vier Studenten sagen, dass ein Studium ohne technische Hilfsgeräte nicht mehr möglich sei. Außerdem können 38 % der Befragten keine zehn Minuten verleben ohne ein elektronisches Gerät zu benutzen. Von den Studenten benutzen 81 % ihre technischen Geräte ganz traditionell für die Erstellung von Hausarbeiten und für die Forschung und 71 % machen sich während Vorlesungen auf ihrem Notebook oder Tablet Notizen.

Auch andere Studien bestätigen diese Ergebnisse. Der Cisco Connected World Technology Report 2011, der junge Berufstätige und Studenten unter 30 Jahren aus weltweit 14 Ländern befragte, fand heraus, dass sich viele ein Leben ohne Internet kaum noch vorstellen können und ganze 58 % bezeichnen ihr mobiles Endgerät als die wichtigste Technologie in ihrem Leben. Zwar fehlen hier spezielle Einzelergebnisse für Deutschland, aber es kann davon ausgegangen werden, dass sich das Nutzungsverhalten der deutschen Studenten nicht entscheidend von dem der anderen befragten Länder unterscheidet. Die großen Anbieter für digitale Geräte haben diesen Trend für sich entdeckt und bieten spezielle Studentenangebote an. So binden sie die Generation, die bald ins Berufsleben tritt, langfristig an sich und ihre Produkte. Aber nicht nur Unternehmen, sondern auch die Universitäten passen sich den Veränderungen der modernen Welt an.

Neueste Entwicklungen

Die Universität Kassel führte das Projekt „Mobiles Lernen“ ein, bei dem sich Studenten von der Uni iPads und Computer ausleihen können, um so auch außerhalb der Arbeitsräume nach Literatur zu suchen, Datenbanken abzurufen, Vorlesungen online zu verfolgen oder sich zu Räumen führen zu lassen. Des Weiteren wurden auch einige Apps von der Uni entwickelt. Die Hochschule möchte so innovative und zukunftsweisende Lehr- und Lernszenarien im universitären Kontext erforschen. Umgesetzt wird dies in Live-Streams, Video-Streaming, Online-Vorlesungsunterlagen und Web Based Trainings und Online-Gruppentutorien. Die Hochschule verlangt von ihren Studenten mehr Beteiligung und Rückmeldungen, bindet sie direkt in die Lehre und in die Lernprozesse ein und nähert sich der realen Lebenswelt der Studenten. Auch an den Unis in Bremen und Freiburg schreiben die Studenten mittlerweile reihenweise Klausuren an Computern und sogar auf mobilen Endgeräten wie dem iPad. Die Hochschule der Medien in Stuttgart ging sogar noch einen Schritt weiter und startete im Wintersemester 2009/2010 den Bachelor Studiengang „Mobile Medien“. Die Studierenden spezialisieren sich hier auf die technische Umsetzung, die Konzeption und die Aufbereitung von Inhalten, aber auch auf die Entwicklung von Geschäftsmodellen für den mobilen Markt.

Der Trend der digitalen Endgeräte hält also an und wird auch in Zukunft im Leben der Studenten eine große Rolle spielen. So kann es in Zukunft gut sein, dass die Studenten ihren „Profs“ über Twitter eine Frage stellen oder schon kurze Zeit nach der Prüfung ihre Note mit dem Smartphone erfragen können.

Gefahrenhochburg Universität

Mobile Endgeräte wie Smartphones, Notebooks und Tablets sind also aus dem Studentenalltag kaum noch wegzudenken. Leider ist die Uni aber auch eine Hochburg für den Diebstahl dieser liebgewonnenen technischen Geräte. Laut einer Umfrage, die assona zusammen mit „Unicum“ bereits 2009 durchgeführt hat, ist die Uni auf Rang vier der häufigsten Diebstahlorte.

Grafik Diebstähle

Den meisten Studenten (44 %) wurde Bargeld gestohlen, dicht gefolgt von Elektronikgeräten (39 %). So ein Verlust ist immer sehr schmerzhaft, zumal man sich das teure Elektronikgerät meist mühsam erspart hat. Rund ein Drittel der gestohlenen Geräte hatte einen Gerätepreis zwischen 200 und 1.000 Euro. Mit dem gestohlenen Gerät sind, was oft noch schlimmer ist, alle gespeicherten Daten verloren. Und der Gang zur Polizei bringt in diesem Fall meist auch nicht mehr viel. Man sollte also Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Gegen den Datenverlust helfen Backups sowie ein sicheres Passwort, damit Diebe nicht an die Daten gelangen. Eine Diebstahlversicherung hilft dabei den finanziellen Schaden zu ersetzen. Für einen entsprechenden Versicherungsschutz haben sich, laut Umfrage, immerhin 18 % der Bestohlenen entschieden. Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Welche  Rolle spielen Smartphone, Notebook, Tablet & Co. in eurem Leben? Ist die „Digitalisierung“ durch die neuen Technologien eine uneingeschränkt gute Entwicklung?

Wir freuen uns auf eure Erlebnisberichte und Meinungen!

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