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TV-Wandhalterung: Monitor-Montage ohne Fiasko

„Hallo, mein LCD TV von Sharp ist von der Wand gefallen.“ Auf diesen Satz bin ich neulich im Internet gestoßen. Sofort fühlte ich mich an meine Studentenzeit erinnert. Seinerzeit klaffte in der Nachbar-WG ein dickes Loch in der Wohnzimmerwand. Das Ausmaß des Schadens war enorm. Der Fernseher, der ehemals samt Wandhalterung dort hing, war Schrott. Die Wand, aus der es die Halterung gerissen hatte, benötigte mindestens einen Eimer Spachtelmasse. Zugegeben, damals krachte ein fetter Röhrenfernseher vom Putz – irgendwie nachvollziehbar angesichts des Gewichts des ollen Geräts. Doch warum löst sich ein vergleichsweise leichter Flachbildschirm von seiner Anbringung? Ganz einfach: Bei der Wandhalterungsmontage kann so einiges schiefgehen. Folgende Dinge solltet ihr unbedingt beachten:

Leicht- oder Schwergewicht?

Blindlinks sollten künftige Wandhalterungsbesitzer nicht in das nächste Geschäft spazieren und zu einer beliebigen Monitorhalterung greifen. Zuerst gilt es, das Gewicht des Fernsehers zu ermitteln. Denn was die eine Halterung mitmacht, hält die andere womöglich nicht aus. Die maximale Tragkraft unterscheidet sich von Modell zu Modell.

Norm oder nicht Norm?

In einem zweiten Schritt gilt es, die VESA-Norm des Fernsehers herauszufinden. VESA steht für „Video Electronics Standards Association“ und stellt einen Zusammenschluss verschiedener Hersteller dar, die sich auf einen Standard ihrer Bildschirm-Befestigungssysteme geeinigt haben. Moderne LCD-, Plasma- und LED-Fernseher unterscheiden sich in Punkto Technik und Design teils erheblich, sind aber, was die Anbringungsmöglichkeiten für Halterungen angeht, in der Regel VESA genormt. Nur wenn Monitor und Halterung dieselbe VESA-Norm besitzen, ist eine stabile Montage gewährleistet. Die Norm steht meist auf der Verpackung. Sie lässt sich aber auch einfach selbst herausfinden: Der Abstand der horizontalen und senkrechten Gewindebohrung, jeweils mittig in Millimetern gemessen, besagt die VESA-Norm. Beispiel gefällig? Beträgt der Abstand der Gewindebohrungen horizontal 150 Millimeter, der senkrechte Abstand 100 Millimeter, so lautet die VESA-Norm 150×100.

Kein Maßstab für Qualität

Passen VESA-Norm des Monitors und die der Halterung zusammen, ist die richtige Befestigungsmöglichkeit gefunden. Doch aufgepasst! VESA ist kein Maßstab für Qualität. Zudem erfüllen manche Halterungen oder Fernseher nicht immer VESA-Standards, wie ein Test der Stiftung Warentest zeigt. Zu Loewe-Geräten passen beispielsweise nur Loewe-Halterungen. Häufig kann ein Adapter Abhilfe schaffen, wenn Monitor und Wandhalterung nicht zusammenpassen. Zudem gibt der Markt noch individuell einstellbare Halterungen her.

Montageanleitung mit Tücken

Ist die richtige Befestigungsmöglichkeit gefunden, kann die Montage beginnen. Hierzu solltet ihr freilich die Anleitung gründlich studieren. Bisweilen kann das zur Geduldsprobe werden. Mit mancher Anleitung – auch das zeigt der Test der Stiftung Warentest – kommt nur ein erfahrener Handwerker zurecht. Die meisten Hersteller empfehlen sogar die Montage durch einen Fachmann. Ans Licht gebracht hat die Untersuchung der Warentester auch, dass viele Wandhalterungen Probleme bei der Montage bergen. Obwohl zum Beispiel meist Dübel im Lieferumfang enthalten sind, seien diese oft ungeeignet. Lasst euch am besten im Baumarkt beraten, welche Dübel die richtigen für eure Wand und euren Fernseher sind. Immerhin: Im Belastungstest der Warentester fiel keine der 15 getesteten Halterungen von der Wand oder brach ab.

Vollbewegliche, neigbare oder starre Halterung?

Inzwischen gibt es recht unterschiedliche Möglichkeiten, Fernseher in luftiger Höhe optimal in Szene zu setzen. Wer den Monitor einfach nur gemäldeartig an der Wand anbringen will, kommt mit einer starren Halterung aus. Mit einem neigbaren Modell lässt sich das Gerät kippen. Hier steht die Halterung allerdings etwas weiter von der Wand ab, es gibt keine Kabelführung und die Halterung lässt sich nicht vertikal ausrichten. „Am Ende“, so urteilt die Stiftung Warentest in ihrem Wandhalterungstest, „hängt der Fernseher womöglich schief“. Neben starren und neigbaren Halterungssystemen gibt es noch die vollbeweglichen Systeme, die sich schwenken, neigen und ausziehen lassen. Einarmige und zweiarmige Modelle bieten die Hersteller hier an. Nur erstere Variante bietet maximale Flexibilität. Bei beiden Varianten gestaltet sich die Montage vergleichsweise aufwendig. Und manchmal brauchen Käufer hierbei sogar Spezialwerkzeug. Selbst Verletzungsgefahr ist beim Anbringen nicht ausgeschlossen. Denn nicht immer ist das Material sauber verarbeitet, was scharfe Kanten möglich macht.

Seid ihr neugierig, welche Wandhalterungen bei der Stiftung Warentest gut abschneiden? Dann lest einfach hier nach.

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