Die neue Bewegungsfreiheit bei Videospielen

Der typische Gamer ist laut einer Studie heute männlich und höher gebildet. Schaut man speziell auf das Klientel, das sich mit Bewegungsspielen befasst, ist das Bild schon etwas differenzierter: Kinder, Teenager und Erwachsene kann man mit dieser Art von Computerspielen gleichermaßen begeistern. Und sogar Senioren finden immer mehr Gefallen an der Bewegung vor dem Bildschirm. In Deutschland gibt es sogar Meisterschaften an der Spielkonsole: Altersheim gegen Altersheim. Die Gruppe der Senioren hat dies nicht nur als angenehmen Zeitvertreib für sich entdeckt. Eine Studie der Uniklinik Erlangen kam zu dem Ergebnis, dass das Spielen an der Konsole die Senioren fit halte und sie geistig fördere. Die renommierte Mayo Clinic in den USA hat dies speziell bei der Verwendung von Wii Fit untersucht und ist zu ähnlich positiven Ergebnissen gekommen. Mehr Beweglichkeit, eine verbesserte Feinmotorik, Balance und Koordination wurden festgestellt. Außerdem wirkte sich das Videospielen positiv auf die Problemlösungskompetenz und die soziale Interaktion der untersuchten Personen aus.

Wii, PlayStation 3 Move und Xbox 360 Kinect

Die Nintendo Wii war die erste bekannte Konsole ihrer Art – schnurlos und mit Bluetooth-Übertragung. Durch die neue Bewegungsfreiheit ergaben sich völlig neue Spielkonzepte. Der Spielcontroller gilt als Revolution in der Geschichte der Konsolen. Er ähnelt einer Fernbedienung und ist mit Bewegungssensoren ausgestattet, die die Position und Bewegung des Spielers registrieren. So kann der Spieler seine Figur steuern, und das meist ganz ohne Knöpfe. 2010 folgten dann auch die anderen beiden bekannten Spielkonsolenhersteller mit Modellen, die diesem Trend gerecht wurden. Sony brachte die PlayStation 3 Move heraus. Wie der Name verspricht ist die Bewegungsfreiheit durch einen kabellosen und benutzerfreundlichen Controller, den so genannten Motion-Controller, garantiert. Die Bewegungen werden unmittelbar in HD auf dem Bildschirm umgesetzt. In Verbindung mit der PlayStation Eye-Kamera, Sprachbefehlen und dem eigenen Körpereinsatz werden so authentische Abläufe möglich. Aus dem Hause Microsoft wurde die Xbox 360 um Kinect bereichert. Kinect macht das Spielen ganz ohne Controller möglich. Der User steuert das Spiel ausschließlich durch seine Bewegungen, die von der Kamera registriert werden. Mit dieser Weiterentwicklung wurde die Xbox 360 zunehmend auch für Familien oder Fun-Spieler interessant.

Egal welcher Hersteller, diese Art der Spielkonsolen begeistern eine große Anhängerschaft. Mit Freunden treffen und einen unterhaltsamen Abend im heimischen Wohnzimmer verbringen, um die Konsole zum Glühen und sich selbst zum Schwitzen zu bringen, gehören für viele bereits zu den regelmäßigen Freizeitaktivitäten. Kein Wunder, dass Spielkonsolen in vielen Haushalten schon festes Inventar sind oder spätestens in diesem Jahr auf dem Weihnachtswunschzettel stehen. Wer keine Konsole im eigenen Heim hat, kann sich in Lounge-Atmosphäre, in so genannten Erlebniswelten, spielerisch austoben. Auch in vielen Elektronikmärkten ist es möglich, sich an den neuesten Geräten und Spielen zu probieren.

Spiel und Spaß nicht immer ohne Folgen

Eines haben die Konsolen alle gemeinsam: sie bringen Bewegung in die Videospielwelt. War es früher noch ein seltsames Gefühl, sich auf dem Sofa zu verrenken oder zappelnd vor dem Fernseher zu agieren, so ist das heute kaum noch erstaunlich. Die Bewegungsspiele bringen eine Menge Spaß, Familien und Freunde öfter zusammen und tun auch der Figur bei ausgiebiger Bewegung gut. Doch wo viel Bewegung und Action ist, sind kleine und größere Missgeschicke kaum zu vermeiden. Wie viele Videos im Internet zeigen, ist das Spielen nicht immer ohne Folgen: zerstörte Fernsehgeräte, verletzte Spieler und Zuschauer sowie beschädigte Wohnungseinrichtungen kommen immer wieder vor. Komplette Internetseiten beschäftigen sich mit Missgeschicken, die beim Tennis, Bowling, Golfen oder Boxen an der Konsole passieren können.

Beim Golfen ohne Handschlaufe landet der Controller schnell mal im Fernseher:

Selbst beim unspektakulären Skispringen sind Haustier und Einrichtung in Gefahr:

Ausreichend Abstand zum Spieler hätte auch diesem jungen Mann gut getan:

Sicher an der Konsole

Die Hersteller haben inzwischen auf solche Unfälle reagiert. Sie weisen in ihren Anleitungen auf die Gefahren hin und geben Tipps, wie man diese Unfälle weitestgehend vermeiden kann: Handschlaufe nutzen, Controller gut festhalten und nicht mehr schwingen als notwendig. Nicht nur um die Funktion zu gewährleisten, sondern auch um derartige Zwischenfälle zu vermeiden, empfehlen die Hersteller, sich ausreichend Platz beim Spielen zu verschaffen. Alles was im Weg ist, sollte aus dem Spielbereich entfernt werden. Zudem ist ein ausreichender Abstand zum TV-Gerät einzuhalten. Nintendo bebildert seine Sicherheitshinweise ausführlich, um sie noch verständlicher zu machen. Besonders unterhaltsam ist das bei der japanischen Anleitung für die Wii.

Ob die Hinweise in den Anleitungen allerdings dazu führen, dass solche Unfälle – wie oben beschrieben – bald Geschichte sind, ist fraglich. Denn trotz der Hinweise, im Eifer des Gefechts und beim ausgelassenen Spielen, sind die Warnungen meist vergessen. Im Adrenalinfluss wird der Nebenspieler schnell mal ausversehen umgehauen. Und wenn es dem Spielziel dient, wird auch die empfohlene Distanz zum Fernseher oft nicht mehr eingehalten.

Habt ihr auch schon solche oder ähnliche Unfälle mit einer Spielkonsole erlebt? Dann nutzt die Kommentarfunktion und berichtet uns davon!

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