Shareconomy – Teilen als Megatrend

Wie gern Menschen teilen, zeigt sich bei Facebook und in anderen sozialen Netzwerken. Wir teilen Texte, Fotos, Videos und Co. und gestalten damit das Internet ein Stück weit mit. Doch was beim Social Web angefangen hat, erstreckt sich mittlerweile auch auf reale Dinge wie Autos, Werkzeuge oder die eigene Wohnung. Shareconomy heißt dieser Trend, der zunehmend Einfluss auf Gesellschaft und Wirtschaft hat – nicht umsonst ist Shareconomy das Leitthema der diesjährigen CeBIT. Wir stellen euch dieses Phänomen mit seinen verschiedenen Facetten vor.

Teilen von Informationen, Wissen und Erfahrungen im Netz

Wer im Internet und vor allem in sozialen Netzwerken aktiv ist, für den ist das Teilen von Inhalten allgegenwärtig. Laut Bitkom teilen 83 Prozent der Internetnutzer selbst erstellte oder im Internet gefundene Inhalte. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 97 Prozent. Am beliebtesten ist das Teilen von Links, eigenen Fotos und Erfahrungen mit Produkten oder Dienstleistungen. Eigene Texte oder Videos werden aber auch gern zur Verfügung gestellt. Was entsteht, ist ein riesige Menge an Informationen und Wissen, manchmal aber auch einfach nur an unterhaltsamen Beiträgen, die wir uns gegenseitig zuspielen. Damit gestalten wir das Internet Tag für Tag mit. Für Unternehmen wird es spannend, wenn Verbraucher ihre Erfahrungen mit der jeweiligen Firma oder einem Produkt im Web mitteilen. Unternehmen können diesen Erfahrungsschatz für die Verbesserung ihrer Produkte und Dienstleistungen nutzen. Viele rufen die Verbraucher dazu auf, ihre Produkte gemeinsam mit ihnen zu gestalten. Mit Erfolg, denn immer mehr Internetnutzer sind daran interessiert, an solchen Innovationsprojekten beteiligt zu sein.

„Nutzen statt besitzen“ ist die Devise

Nicht nur digitale Schnipsel werden geteilt, auch ganz reale Dinge. Viele Gegenstände unseres Alltags stehen oder liegen die meiste Zeit ungenutzt herum. Ob Autos, Fahrräder, Werkzeuge oder sogar die eigene Wohnung – Teilen, Leihen und Tauschen ist eine sinnvolle Alternative zu übermäßigem Ressourcenverbrauch und der vorherrschenden Wegwerfmentalität. Außerdem kann man damit viel Zeit und Geld sparen. Von Shareconomy spricht man bei dieser Kultur des Teilens, wenn das Ganze über das Internet organisiert wird. Mittlerweile gibt es zahlreiche Plattformen im Web, die sich mit genau solchen Themen beschäftigen und Startups, die damit durchstarten wollen. Die Tauschbörse Tauschticket, die Plattform Nachbarschaftsauto oder der Kleiderkreisel sind nur einige wenige Beispiele. Auch viele große Firmen haben den Trend erkannt und nutzen ihn, wie beispielsweise Automobilhersteller, die ihre Wagen zum Carsharing anbieten. Manche Menschen teilen nicht nur einzelne Gegenstände, sondern bieten Fremden sogar kostenlos eine Schlafmöglichkeit in ihrer Wohnung. Die Motivation hinter dem so genannten Couchsurfing ist es, zum einen neue Leute kennenzulernen und zum anderen selbst kostenfrei in anderen Städten und Ländern übernachten zu können.

Shareconomy – eine Entwicklung mit Zukunft

Shareconomy ist ein gesellschaftlicher Megatrend. Vor allem das Teilen von Wissen, Erfahrungen und Ideen wird das Wirtschaftsleben nachhaltig verändern. Verbraucher werden stärker in Wertschöpfungsprozesse einbezogen und bekommen so eine neue Macht. Die Bedeutung des Social Web sowie die steigende Verbreitung von Smartphones und die mobile Internetnutzung verstärken diesen Trend. Noch ist Teilen, Tauschen und Co. ein Nischengeschäft. Doch das Potential ist riesig. In der heutigen Gesellschaft müssen wir immer flexibler und mobiler sein. Das führt dazu, dass es den – meist jüngeren – Menschen immer weniger um den tatsächlichen Besitz von Gütern geht als vielmehr um den Zugang zu ihnen. Experten erwarten einen grundsätzlichen wirtschaftlichen Wandel. Die Menge produzierter Produkte wird demnach abnehmen, während immer mehr Menschen Produkte gemeinsam nutzen werden. Dieses Teilen muss organisiert werden, was zu einer Verschiebung von der Produktion hin zur Organisation führt. Auch wenn das noch in der Zukunft liegt, ist diese Entwicklung zu begrüßen, weil sie die Menschen näher zueinander bringt.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Teilen, Tauschen, Leihen und Co. gemacht? Wie seht ihr den Trend? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

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