Immer wissen, wo der Vierbeiner ist: Ortungsgeräte für Hund und Katze

Selbst der besterzogenste Hund kann seinen Besitzer schon mal in helle Aufregung versetzen, wenn er plötzlich verschwindet – sei es weil er sich erschrocken oder vielleicht eine läufige Hündin aufgespürt hat. Dank der modernen Technik kann Frauchen oder Herrchen durchatmen und sich in aller Ruhe auf die Suche begeben. Voraussetzung: Der entlaufene Vierbeiner ist mit einem Peil- oder GPS-Sender ausgestattet. Auch für Katzen gibt es spezielle Tracker. Katzenbesitzer sind zwar daran gewöhnt, dass die Mieze oft für längere Zeit verschwindet. Gerade wenn die aber länger als gewohnt wegbleibt, kann das beunruhigen. Wir haben uns die technischen Errungenschaften in Sachen Haustier-Überwachung mal angeschaut.

Der Peilsender

Ist das Haustier mit einem Peilsender versehen, braucht es nur noch einen Handempfänger und schon kann es losgehen. Befindet man sich in der Nähe des Tieres und das Gerät bekommt ein Signal, wird dieses mittels farbigen LEDs und Pieptönen angezeigt. Wird das Signal stärker, ist man auf dem richtigen Weg. Wird es schwächer, sollte man einen Richtungswechsel einschlagen – ein einfaches Prinzip also, wie man es von Heiß-Kalt-Spielen aus Kindertagen kennt. Größtes Manko des Peilsenders ist seine Reichweite. Um die hundert Meter kann man abdecken. Ist der Hund oder die Katze jedoch weiter entfernt, regt sich der Empfänger nicht mehr. Die Gewohnheiten des Tieres sind ein entscheidendes Kriterium für oder gegen diese Lokalisierungsvariante. Lässt sich die Mieze beispielweise öfter mal im Keller einsperren oder streunt eher in der unmittelbaren Nachbarschaft herum, dann kann der Peilsender durchaus eine nützliche Alltagshilfe sein. Gerade für ausgebüxte Hunde oder Katzen, die sich häufig auf ausgedehnte Touren begeben, macht GPS jedoch eher Sinn. Nichtsdestotrotz, der Peilsender hat seine Vorteile. Er ist recht klein, leicht und für die Vierbeiner angenehm zu tragen. Mit etwa 90 Euro, die zum Beispiel der Loc8tor Pet kostet, ist ein Peilsender im Vergleich zur GPS-Variante auch relativ erschwinglich. Folgekosten entstehen nur durch die Batterien, die aber meist mehrere Monate durchhalten.

Das GPS-Tracking

Wenn der Peilsender an seine Grenzen kommt, kann ein GPS-Gerät helfen. Denn die Reichweite dieser Ortungsmethode ist unschlagbar. Überall auf der Welt ist das Auffinden des entwischten Vierbeiners – zumindest theoretisch – möglich. Die meisten Geräte sind auf das Mobilfunknetz angewiesen. Der Sender, der am Halsband des Tieres befestigt wird oder bereits als solches daherkommt, ist mit einer SIM-Karte versehen. Das GPS-Gerät übermittelt die Position an ein Smartphone mit entsprechender App oder an eine Software auf dem Rechner. Ist der Hund entwischt, schnappt sich Frauchen oder Herrchen das Handy und folgt dem Signal. Zugegeben, das ist ohne Übung nicht immer ganz einfach, gerade wenn man ohnehin kein Freund vom Kartenlesen ist. Deshalb empfehlen Experten, das Ganze vorher auszuprobieren, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. Zum Problem bei der Suche kann auch der fehlende oder schlechte Empfang werden, je nachdem wie gut das Gebiet ans mobile Netz angeschlossen ist.

Die Geräte unterscheiden sich zum Teil in der Funktionsweise. Manche Geräte versenden einen Link zu Google-Maps mit den genauen Koordinaten, nachdem der Besitzer selbst eine Anfrage per SMS oder Anruf gestartet hat. Bei einigen Modellen kann der Benutzer auch Bewegungsprofile erstellen oder sogar eine Gefahrenzone definieren. Nähert sich die Katze zum Beispiel einer stark befahrenen Straße, wird der Halter darüber informiert. Im Vergleich zum Peilsender ist das GPS-Tracking kostspieliger. Zu den Anschaffungskosten kommen auch Monat für Monat die Internetkosten hinzu. Der Preis variiert je nach Hersteller, Qualität und Umfang der Funktionen. Der bekannte GPS-Tracker „Wo ist Lilly“ kostet beispielsweise etwa 200 Euro.

Egal ob mit Peilsender oder GPS-Gerät, das Orten hat auch seine Nachteile. Für die Tiere ist es sicher nicht besonders komfortabel, den Fremdkörper mit sich herumzuschleppen. Kritiker diskutieren sogar über die Verletzungsgefahr. So könnte der geliebte Vierbeiner mit dem Halsband zum Beispiel an einem Zaun hängenbleiben. Einige Hersteller haben hier mitgedacht und Schutzmechanismen eingebaut. Bei deren Halsbändern öffnet sich zum Beispiel der Verschluss bei einer Zugkraft von zwei Kilo automatisch und befreit so den Streuner aus der unangenehmen Situation. Auch wenn das Freiheitsgefühl des Haustiers eingeschränkt wird, ist die Ortung dennoch eine sinnvolle Sache, um Mensch und Tier wieder zusammenzubringen, wenn Letzteres mal ausbüxt. Wer es seinem tierischen Liebling so angenehm wie möglich machen möchte, achtet beim Kauf am besten auf angenehmen Tragekomfort und gute Verarbeitung.

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