Nokia Lumia 800: Das erste Windows Phone von Nokia

Nokia, der einstige Branchenprimus unter den Mobiltelefonanbietern, möchte zurück an die Spitze. Nachdem Handys mit dem Betriebssystem Symbian immer weniger Käufer fanden, das Unternehmen wichtige Anteile im Smartphone-Markt an Android und iOS verlor, wollen sie nun mit der im Februar 2011 bekannt gegebenen Kooperation mit Microsoft Marktanteile zurückgewinnen. Das erste Windows Phone heißt „Lumia 800“. Was es kann und ob Nokia eine Chance hat, beschreibe ich in diesem Artikel.

Gehäuse

Das Gehäuse wurde aus einem Stück Hartplastik gefräst, ähnlich wie man es vom Unibody-Gehäuse vom MacBook Pro kennt. Es gibt keine Schrauben, Ritzen oder sonstige unansehnliche Öffnungen. Der Akku ist fest verbaut, somit gibt es auch keinen Deckel auf der Rückseite. Lediglich für Knöpfe und andere Elemente gibt es im Lumia 800 entsprechende Aussparungen.

Display

Das große 3,7“-Glasdisplay wölbt sich aus dem Gehäuse nach vorn hervor, Nokia bezeichnet dies auf seiner Website als „schwebendes Display“. Aufgrund der größeren Angriffsfläche bei Stürzen soll spezielles Gorilla-Glas vor Bruchschäden schützen. Solches Gorilla-Glas wird auch von Apple beim iPhone 4 und iPhone 4S eingesetzt, schützt aber dort wohl eher vor Kratzern als vor Bruchschäden. Für die Darstellung der Inhalte kommt ein AMOLED-Display mit Clear-Black-Technik zum Einsatz, welches besonders ausdrucksstarke Farben und Schwarztöne ermöglicht. Clear Black ermöglicht ein Betrachten auch bei Sonnenschein, da Spiegelungen und Reflexionen unterdrückt werden.

Gehäuse und Display des Nokia Lumia 800 hinterlassen einen sehr wertigen Eindruck. Volle Punktzahl daher meinerseits.

Das Nokia Lumia 800 im Video:

Software

Als Betriebssystem kommt Windows Phone 7.5 Mango zum Einsatz. Große Symbole (Kacheln) präsentieren sich übersichtlich auf dem Home-Screen und zeigen dem Anwender auf einen Blick, wo es Neuigkeiten gibt. Schnell lassen sich diverse Anwendungen mit einem Fingertipp starten. Dank des einheitlichen Designs und der Animationen versteht jeder schnell was zu tun ist.

Beliebte Anwendungen wie Facebook, Twitter und Co. sind bereits in die verschiedenen Anwendungen integriert. Auch lassen sich Kacheln anlegen, um etwa bestimmten Personen zu folgen. Als Internet Browser kommt die mobile Version des Internet Explorers 9 zum Einsatz. Und für viele wahrscheinlich ein Kaufgrund ist das integrierte Microsoft Office Paket, das sich auch intuitiv und schnell mit den Fingern bedienen lässt. Klappmenüs und sonstige Auswahlfelder, bekannt aus dem früheren Windows Mobile, die sich nur per Eingabestift bedienen lassen, gehören beim neuen mobilen Windows zum Glück der Vergangenheit an.

Nokia hat sich vor allem durch seine einfache Benutzerführung einen Namen gemacht. Die minimalistische Oberfläche des Lumia 800 fügt sich sehr gut in diese Tradition ein. Das ganze System präsentiert sich übersichtlich und die Animationen gefallen mir sehr gut. Insgesamt daher auch hier von mir die volle Punktzahl.

Hardware-Ausstattung

Das Nokia Lumia 800 hat einen internen 16-Gigabyte-Speicher, wovon 13,5 Gigabyte dem Anwender zur Verfügung stehen. Eine Erweiterungsmöglichkeit mittels SD-Karte besteht nicht. Der Prozessor mit einer CPU hat eine Taktfrequenz von 1,4 GHz. Der Arbeitsspeicher umfasst 512 Megabyte SDRAM. Nokia gibt an, dass das komplette System optimal auf die verwendete Hardware abgestimmt ist, so dass alle Anwendungen flüssig laufen. So wird beispielsweise der Internet Explorer 9 auch durch den Grafikprozessor unterstützt.

Natürlich verfügt das Nokia Lumia 800 über alle gängigen Smartphone-Ausstattungsmerkmale, wie GPS, 3D-Beschleunigungssensor, Kompass, Umgebungslichtsensor, Bluetooth 2.1 + EDR, einen Micro-USB-Anschluss sowie einen 3,5mm-Kopfhöreranschluss.

Die integrierte Kamera besitzt einen 8-Megapixel-Sensor mit einer Pixel-Auflösung der Fotos von 3.264 x 2.448. Sie verfügt über alle modernen Funktionen einer Smartphone-Kamera, wie etwa Carl Zeiss Optik, Fokussierung durch Antippen, Geotagging sowie ein Dual-LED-Blitzlicht. Videos können in HD-Auflösung (1.280 x 720 Pixel) aufgenommen werden, leider wird kein Full HD unterstützt.

Daten können schnell per n-WLAN übertragen werden. Unterwegs ist eine Datenübertragung per UMTS mit maximal 14,4 MBit/s (HSDPA) beim Download und maximal 5,76 MBit/s (HSUPA) beim Upload möglich.

Zubehör

Kauft man das Nokia Lumia 800, so bekommt man bereits eine Schutzhülle mitgeliefert. Zum Schutz von Display und Gehäuse bietet Nokia zusätzlich spezielle Hard- und Softcover als Zubehör an. Wir empfehlen zudem den Abschluss unserer Smartphone-Versicherung myProtect, um Gehäuse, Display und Co. auch ohne Tasche immer optimal geschützt zu wissen.

Darüber hinaus hat Nokia ein Bluetooth-Headset entwickelt, das sich einfach in das Ohr wie ein Knopf stecken lässt. Die Farbe des Headsets lässt sich in der gleichen Farbe wie das Nokia Lumia 800 erwerben.

Zusätzlich gibt es zwei Kopfhörer im gleichen Farbdesign, die zusammen mit der Firma Monster entwickelt wurden. Nokia Purity HD (On-Ear) und Nokia Purity (In-Ear) by Monster.

Mein Fazit

Mir gefällt das Nokia Lumia 800 ausgesprochen gut. Vor allem die hochwertige Verarbeitung des Unibody-Gehäuses sowie die einfache Bedienung zusammen mit dem kontrastreichen Display machen auf Anhieb Spaß. Obwohl das Nokia Lumia 800 nicht unbedingt das State-of-the-Art-Smartphone mit den besten Hardware-Komponenten ist, wird es vermutlich trotzdem seine Käuferschaft finden. Zu dieser gehört man vermutlich, wenn man ein Smartphone sucht, das eine einfache Bedienung mit den wichtigsten Funktionen und Anwendungen bietet.

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