Mit einfachen Tricks zum gelungenen Urlaubs-Foto

Der weiße feinsandige Strand am türkisblauen Meer, schneebedeckte Berggipfel, die Holzbrücke über einer Schlucht oder Elefanten und Zebras in der Savanne – diese faszinierenden Urlaubseindrücke möchte man gern mit nach Hause nehmen, Freunden zeigen und zum Andenken ins Album kleben. Doch oft denkt man beim Betrachten der Bilder, dass die Qualität etwas zu wünschen übrig lässt; sie sind verwackelt, unscharf, überbelichtet oder zu dunkel. Man fragt sich, warum so wenige Personen abgebildet sind oder warum man dieses alte Gemäuer eigentlich interessant fand und wo das Bild überhaupt entstanden ist. Auch die 20 verwackelten Bilder von der Busfahrt vom Flughafen bis zur Unterkunft sind leider wenig aussagekräftig.
Wie kann man es mit kleinen Tricks schaffen, hochwertigere Urlaubsbilder zu knipsen, ohne mit Profi-Ausrüstung ausgestattet zu sein oder ein Fotoseminar besucht zu haben? Was sollte man vermeiden und wie schützt man seine Kamera im Urlaub vor Sand und Wasser?
Hier haben wir ein paar Tipps und Tricks für gelungene Urlaubsfotos zusammengestellt.

Motiv

Hat man ein spannendes Motiv im Blick, sollte man beim Fotografieren auch auf den Hintergrund achten. Unruhige Muster und Farben können vom Objekt ablenken, ein kontrastierender Hintergrund hingegen einen ganz neuen Sinn implizieren. Es zahlt sich aus, auf Reisen die Kamera stets griffbereit zu haben, denn die spannendsten Situationen entwickeln sich spontan. Neben der Natur, den Gebäuden und Plätzen sollte man nicht die Personen vergessen, mit denen man im Urlaub ist, denn diese Fotos sind im Nachhinein meist am beliebtesten. Möchte man Personen fotografieren, ist zu raten, einen unbeobachteten Moment abzuwarten, um künstliche, gestellte Motive zu vermeiden. Der Fotograf sollte auch sich selbst nicht vergessen und den Selbstauslöser nutzen.
Gute Fotos entstehen zumeist durch intensive Beobachtung der Umgebung. Ungewöhnliches und Landestypisches zu entdecken, macht Spaß und hat ausgefallene Bilder zur Folge. Es kann hilfreich sein, von Zeit zu Zeit Ortsschilder, Hinweistafeln und andere Informationen mit zu fotografieren. Sie dokumentieren die Reiseroute und können nach dem Urlaub Erinnerungslücken füllen.

Lichtstimmung

„Fotografieren“ kann mit „mit Licht malen“ übersetzt werden. So deutet schon das Wort darauf hin, dass das Licht und damit der Zeitpunkt des Fotografierens großen Einfluss auf die Stimmung des Bildes haben. Im Urlaub kann man sich Zeit nehmen und unterschiedliche Lichtmomente testen. So sollte man auch die Dämmerung morgens oder abends nutzen oder nachts fotografieren. Vor dunklem Hintergrund können Dächer, Türme und Straßenlaternen dabei zauberhafte Silhouetten formen. Fotografiert man am Strand, sind morgens und abends geschossene Bilder am interessantesten, da die Sonne dann flacher über dem Strand steht als in der Mittagszeit, was die Bilder plastischer erscheinen lässt.

Perspektive

Ein häufiger Fehler ist es, nicht nahe genug an seine Objekte heranzugehen. Man sollte sich daher trauen, Details zu betonen und störenden Hintergrund dabei auszublenden. Betont werden können dabei zum Beispiel die tollen Farben des Obstes in der Auslage eines Marktstandes oder Wassertropfen auf Blütenblättern.

Obst Gemuese Auslage Markt

© iStockphoto - JurgaR

Den richtigen Ausschnitt eines Bildes zu finden, ist sicher Übungssache. Öfter mal die Perspektive zu wechseln, ist nie verkehrt! Um Kinder oder Tiere zu fotografieren, lohnt es sich, in die Hocke zu gehen, um Bilder auf Augenhöhe zu erhalten. Fotografiert man von oben, verlieren die Fotos schnell ihre Dynamik.
Generell ist es ratsam, sein Motiv nicht direkt in der Bildmitte zu platzieren, es sei denn, man möchte absichtlich mit gewissen Regeln brechen. Der Goldene Schnitt ist eine der wichtigsten bildgestalterischen Regeln. Sein asymmetrisches Teilungsverhältnis wird vom Betrachter als besonders natürlich und harmonisch bewertet. Es besagt, dass das Verhältnis des Ganzen zu seinem größeren Teil dem Verhältnis des größeren zum kleineren Teil entspricht. Objekte sollten dabei also eher etwas rechts oder links von der Mitte angeordnet werden. Auch Landschaftsaufnahmen wirken meist langweilig, wenn der Himmel das Bild gleichmäßig aufteilt. Setzt man den Horizont stattdessen nach der Ein-Drittel-Regel zum Beispiel ins untere Drittel des Bildes, kann man mit den abgebildeten dunklen Wolken am Himmel Dynamik und Dramatik erzeugen.

Himmel dunkle Wolken Feld Horizont Landschaft

© fotolia - Kushnirov Avraham

Auch mehrere Ebenen einzubeziehen, hebt die Spannung. Ein Beispiel dafür ist, Steine am Strand in den Bildvordergrund zu setzen, um die Weite des Meeres im Hintergrund herauszustellen. Das Querformat betont meist die Weite, das Hochformat die Höhe. Welches Format man wählt, sollte jedoch in der jeweiligen Situation ausprobiert werden. Breite Seen oder hohe Berge wirken umso beeindruckender, wenn sich auf dem Foto beispielsweise ein Boot oder ein Baum befindet, an denen sich das Auge orientiert, um Größenverhältnisse abschätzen zu können. Des Weiteren könnte man seinem Foto einen natürlichen Rahmen verleihen, indem man beispielsweise durch einen Torbogen hindurch fotografiert und das Hauptmotiv belichtet.

Torbogen Urlaubsfoto

© fotolia - fabriziobalconi

Technische Ausstattung nutzen

Wenn man mit der Technik seiner Kamera nicht hundertprozentig vertraut ist, kann man sich zum Beispiel an den meist voreingestellten Motivprogrammen orientieren. Das Motivprogramm Sport ist günstig für Aufnahmen schneller Bewegungen, da es zu einer kurzen Belichtung führt. Eine lange Belichtungszeit erhält man hingegen mit dem Landschaftsprogramm. Es lässt zum Beispiel fließendes Wasser verschwimmen und daher dynamischer erscheinen. Möchte man Porträtfotos am Strand machen, sollte man das Blitzlicht einschalten, um die Gesichter gegenüber dem weißen Sand aufzuhellen. Um Bilder nicht zu verwackeln, speziell bei langer Belichtungsdauer, ist ein Stativ natürlich von Vorteil. Hat man keines dabei, kann man aber auch versuchen, die Kamera beim Fotografieren gegen einen festen Gegenstand zu drücken oder auf eine Bank zu legen.

Vorbereitungen und Sicherheit

Bevor man in den Urlaub fährt, kann man schon einiges tun, um sich dort das Fotografieren zu erleichtern. In manchen Ländern wie Großbritannien, USA und der Schweiz sollte man einen Steckdosen-Adapter mitnehmen, um den Kamera-Akku aufladen zu können. Auch an eine ausreichende Menge an Speicherkarten sollte man denken. Wenn man längere Zeit auf Reisen ist, ist es sinnvoll, einen Teil seiner Fotos unterwegs auf einem Laptop, PC oder im Internet-Café zu sichern, indem man diese zum Beispiel auf CD brennt, auf einer externen Festplatte oder auch in der eigenen Cloud speichert. Tritt man die Reise mit dem Flugzeug an, ist es ratsam, seine Fotoausrüstung mit ins Handgepäck zu nehmen, da die Koffer oft ziemlich schonungslos befördert werden. Im Hotel angekommen, kann man sich meist einen Hotelsafe mieten, in dem die Wertgegenstände sicher verschlossen werden können. Niemals sollte man seine Kamera unbeaufsichtigt liegen lassen, weder am Strand noch auf dem Tisch im Restaurant. Im Ausland können andere Fotoregeln gelten, weshalb man sich speziell in Clubs, Kirchen, Flughäfen oder Militäranlagen vorher darüber informieren sollte. Um einen realistischen Einblick in Lebensweise und Kultur des Urlaubslandes zu erhalten, sind Fotografien der dort lebenden fremden Personen besonders beliebt. Dies ist allerdings nur mit deren Einwilligung erlaubt. Personen auf öffentlichen Plätzen anzusprechen und um ein Foto zu bitten, ist allerdings auch eine gute Möglichkeit, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen und vielleicht noch einmalige Sightseeing-Tipps aus erster Hand entgegenzunehmen.

Mit der Kamera an den Strand

Nimmt man die Kamera mit zum Strand, sollte sie immer in einer Schutzhülle liegen, damit Staub oder Sand nicht eindringen können. Gegen Wasserspritzer sind spezielle Schutzgehäuse erhältlich. Um den Akku zu schützen, ist es empfehlenswert, die Kamera am Strand in den Schatten zu legen, beispielsweise unter eine Zeitung. Zudem sollte man die Kamera nicht zu lange direkt in die Sonne halten, da die Linse wie ein Brennglas wirkt. Sollte die Kamera ins Wasser fallen, wird empfohlen, sofort den Akku und die Speicherkarte zu entnehmen und die Kamera nicht einzuschalten. Die Speicherkarte sollte man anschließend trocknen lassen, um die Fotos auf einem anderen Gerät zu sichern.

Mit diesen kleinen, nützlichen Tipps im Hinterkopf sollte das Fotografieren im Urlaub keine Enttäuschung mehr bergen und das gemeinsame Anschauen der Bilder mit Freunden und der Familie die Urlaubsgefühle wieder aufleben lassen.
Jetzt seid ihr an der Reihe, verratet uns eure Tipps für schöne Urlaubsfotos!

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