Kult-Handys: Wir kramen die Oldies aus der Kiste

Serie Teil 2 – Mitsubishi Trium Astral Loop, Siemens S10D active, Nokia 5110

Samsung S4, iPhone 5s oder HTC One: Das kann ja jeder, haben wir Blogger uns gedacht – und wagemutig gleich mal einen Blick in die Schubladen geworfen. Darin gefunden haben wir so manches Handy-Urgestein, das mit außergewöhnlicher Ausstattung aufwartet. Touchscreen war damals – wie soll es auch anders sein – Fehlanzeige und der Speicherplatz mehr als begrenzt. Was uns an den Schwer- und auch Leichtgewichten seinerzeit Spaß gemacht hat und warum sie bei uns ab und an für mächtigen Frust gesorgt haben, davon wollen wir in dieser kleinen zweiteiligen Serie berichten.

Mitsubishi Trium Astral Loop – das mit dem Mouse-Key

Wer denkt, Mitsubishi stellt nur Autos her, liegt falsch: Mit großem Getöse präsentierte das Unternehmen auf der Cebit 1999 seine Mobilfunkreihe Trium. Das Trium Astral Loop der Serie hatte einen Mouse-Key, also eine Maustaste, in der Mitte, womit man schnell auf Funktionen wie SMS oder das Telefonbuch zugreifen konnte.

Größe: 132 x 49 x 29 mm
Gewicht: 149 g
Gesprächszeit: 3 Stunden
Stand-by: 150 Stunden (6,3 Tage)
Verkaufsstart: 1999

Das Trium Astral Loop war das erste Handy von Bloggerin Henrike, die für das Titelbild dieses Artikels mit einer Atrappe des Trium posiert. Das Original ist leider nicht mehr auffindbar. „Ich fand das Teil damals revolutionär und habe es geliebt. Es strahlte in Türkis und ich konnte es überall mit hinnehmen“, sagt sie. „Mein Vater hatte es mir in weiser Voraussicht als Prepaid-Version besorgt. Die Tarife waren unterirdisch. Ein Anruf ins Festnetz kostete 79 Cent und von montags bis freitags zwischen 7 und 20 Uhr bezahlte man 39 Cent die Minute. Dazu wurde jede Gesprächsminute voll abgerechnet, auch wenn man nur wenige Sekunde telefoniert hatte.“ Da mehrere von Henrikes Freunden das gleiche Handy und den gleichen Tarif hatten, kam es sogar zum Streit – und zwar wegen dem sogenannten Anklingeln. „Keiner von uns wollte sein Guthaben aufbrauchen“, erklärt sie die Sache. „Wir ließen es deshalb nur kurz klingeln, damit der andere zurückrufen musste – kaum mehr vorstellbar in Zeiten von günstigen Allnet-Flats und WhatsApp.“

Siemens S10D active – das Robuste mit Memofunktion

Mit dem S10D active brachte Siemens das nach eigener Aussage erste Outdoor-Handy der Welt heraus. Es war besonders robust gebaut und verfügte zu seiner Zeit schon über ein – *Tadaaa* – Farbdisplay.

Verkaufsstart: 1998
Größe: unschlagbare 150 x 49 x 25 mm
Gewicht: 185 g
Gesprächszeit: 10 Stunden
Stand-by: 120 Stunden (5 Tage)

Zugelegt hatte sich seinerzeit assona-Bloggerin Mandy das unkaputtbare Prachtstück, das ihr lange viel Freude bereitete: „Das geile am S10 war das Farbdisplay und der gelbe Memo-Button am Rand. Sowas hatte nicht jeder!“ Drückte man auf den Button, konnte man mit dem S10 tatsächlich Sprachmemos aufnehmen. Blöd war nur, dass sich nur ein Memo aufnehmen ließ und bei einer erneuten Aufnahme das vorherige Memo gelöscht wurde, was die Besitzerin immer wieder vor eine Herausforderung stellte. „Ich musste mich immer entscheiden: neue Sprachnachricht oder alte behalten. Das war manchmal echt nicht so leicht, zum Beispiel, wenn die beste Freundin gerade Freddy Mercury zum Besten gegeben hatte. Solch eine Gesangseinlage konnte man doch nicht einfach löschen!“ Übrigens: Verlieren konnte man das S10 praktisch nicht. Es war so schwer, dass der Verlust sofort aufgefallen wäre.

Nokia 5110 – das Schwergewicht mit abnehmbarer Oberschale

Aufgrund der einfachen Bedienung und der im Verhältnis zur Konkurrenz recht günstigen Anschaffungskosten avancierte das Nokia 5110 schnell zum Einsteiger-Handy schlechthin. Erstmals konnte man die Oberschale wechseln und das Kult-Game Snake war vorinstalliert.

Größe: 48 x 13 x 31 mm
Gewicht: 170 g
Gesprächszeit: 4,5 Stunden
Stand-by: bis zu 240 Stunden (10 Tage)
Verkaufsstart: 1998

„Mein erstes Handy!“, schwärmt unsere Bloggerin Jasmina vom 5110. „Monatelang habe ich gespart und endlich ist meine Mama mit mir los und ich durfte mir ein Handy kaufen – natürlich nur mit aufladbarer Prepaid-Karte.“ Endlich konnte Jasmina nicht mehr nur von Zuhause aus telefonieren und musste sich auch nicht mehr umständlich mit dem Telefon samt Kabel in die Abstellkammer verkriechen, damit die Mama nicht mithören konnte. „SMS schreiben war total angesagt“, erinnert sie sich. „Jeden Abend textete ich mit meinen Freunden und musste mich dabei total kurz fassen, weil eine SMS 19 Cent kostete und nur 160 Zeichen konnte.“ Aufs Taschengeld freute sich Jasmina damals besonders. Denn dann konnte sie sich endlich eine neue Prepaid-Karte kaufen – um sie an einem Abend wieder komplett aufzubrauchen. „Man musste sich ja auch unbedingt mit dem süßen Typ aus der Schule schreiben“, erklärt sie das Dilemma. „Mitten im Gespräch konnte die SMS dann plötzlich nicht mehr gesendet werden. Schock! Ausnahmezustand! Man war kurz vor einem Heulkrampf.“ Solche Momente gehörten zu dieser Zeit zu Jasminas größten Problemen. Heute haben es Teenies um einiges einfacher.

Und jetzt bist du dran: Hast du auch ein Handy, das dir aus irgendeinem bestimmten Grund noch gut in Erinnerung geblieben ist? Dann berichte uns davon. Wir sind gespannt auf deine ganz persönliche Story!

Hinterlasse einen Kommentar