Sicher unterwegs mit Kind und Rad

Heute lassen sich Fahrräder ganz einfach zur Familienkutsche umfunktionieren. Ich habe mich einmal am Markt umgesehen und bin auf einige interessante Transportlösungen für große und kleine Kids gestoßen – und auf nützliche Tipps, die den Familienausflug zu einer sicheren Unternehmung machen.


Kinderfahrradanhänger

Baby an Bord: Der Spruch gilt längst nicht mehr nur für das Auto. Kind und Fahrrad – das passt mittlerweile fast schon vom ersten Tag nach der Geburt zusammen. Mit dem Kinderfahrradanhänger können Eltern selbst die kleinsten Knirpse mit auf Radtour nehmen. In ihnen finden bis zu zwei Kinder bequem Platz, gut geschützt vor Wind und Wetter. Solange die Sprösslinge noch nicht alleine sitzen können, bieten sich Babyschalen oder Liegen für den Transport an. Extrem schick unterwegs ist die Familie mit dem TÜV-zertifizierten Anhänger Leggero Vento 2012. Das moderne Design des Caddies hat mit rund 490 Euro allerdings einen stolzen Preis.

Tipp: Wer zum ersten Mal mit einem Anhänger fährt, sollte ein paar Übungsrunden drehen. Vor allem das Bremsen, Abbiegen und der Kurvenradius unterscheiden sich deutlich vom Alleinfahren. Ein Rückspiegel am Fahrrad hilft, den Anhänger besser im Blick zu haben. Beim Transport der Sprösslinge in einem Kinderfahrradanhänger sollten Eltern zudem rüttelfreie Strecken auswählen, empfiehlt der ADFC, der Allgemeine Deutsche Fahrradclub. Die Reifen des Gefährts sollten nicht zu prall aufgepumpt sein, um Unebenheiten auf der Strecke auszugleichen. Auf das Gewicht einstellbare Federungen verhindern harte Stöße.

Kindersitze

Kindersitze sind für Mädchen und Jungen geeignet, die sicher sitzen können – also ab etwa neun Monaten. Sie sind „vergleichsweise günstig, einfach zu handhaben und eignen sich für kürzere Strecken“, meint der ADFC. Ab etwa 30 Euro ist man dabei. Doch nur für etwas mehr Geld halten Eltern gute Qualität in der Hand. Nur die beiden Römer Jockey „Comfort“ für 110 Euro und „Relax“ für 95 Euro überzeugten die Stiftung Warentest.

Tipp: Haben Eltern die Wahl, sollten sie anstelle eines Kindersitzes besser auf einen Fahrradanhänger setzen, empfehlen sowohl ADFC als auch die Stiftung Warentest. Anhänger kippen nicht um – vorausgesetzt, sie sind mit einem stabilen Gestänge und einem Überrollschutz ausgestattet.

Nachziehräder

Auch die sogenannten Trailerbikes eigenen sich zum Kindertransport – allerdings nur, wenn das Kind schon Radfahren kann. Mit ihnen lassen sich längere Strecken und höhere Geschwindigkeiten bewältigen. Zudem kann das Kind bei unübersichtlichen Verkehrsverhältnissen nichts falsch machen und wird von den Eltern einfach mitgeführt.

Tipp: „Bloß nicht einschlafen!“, heißt es für Kids, die auf dem Trailerbike mitfahren. Schläft ein Kind ein, kann das zu schweren Stürzen führen. Vor allem kleinere Kinder haben ihre Schwierigkeiten mit mit dem Wachbleiben auf dem Nachziehrad. Eltern sollten also ab und an einmal nachschauen, ob der Nachwuchs noch ordentlich im Sattel sitzt.

Laufräder

Will der Nachwuchs selbst aktiv werden, erweitern Laufräder den Aktionsradius enorm. So bereiten sich Kinder spielerisch aufs Radfahren vor. Laufräder gibt es in verschiedenen Größen. Sie sind für Kinder ab etwa zwei bis vier Jahren geeignet. Extrem sportlich ist der Nachwuchs mit dem Grow 0 (um die 200 Euro, 12-Zoll) unterwegs.

Tipp: Bevor es aufs Laufrad geht, können Dreiräder oder Laufräder mit drei oder vier Rädern die Mobilität der Kleinen enorm erweitern.

Spielräder

Das erste richtige Fahrrad für Kids ist das Spielrad, mit dem es vorerst ab auf den Gehweg und nicht auf die Straße geht. Denn laut Straßenverkehrsordnung müssen Kinder bis zum Alter von acht Jahren auf dem Gehweg fahren, und dürfen das – wenn sie sich noch nicht sicher fühlen – noch zwei weitere Jahre.

Tipp: Wann der Nachwuchs Fahrradfahren lernen sollte, ist nicht vorgeschrieben. Lassen sie ihm Zeit, bis er von ganz allein Lust darauf bekommt, raten Experten. Fährt das Kind schon auf dem Laufrad oder Roller, lernt es Radfahren fast von allein. Auch von Stützrädern halten Experten nicht viel. Der Grund: Sie verhindern, dass das Kind die Kombination aus Treten, Lenken, Bremsen und Balance halten lernt. Mit Stützrädern gewöhnt es sich eine falsche Kurvenlage an und muss ohne Stützräder das Fahren neu lernen. Zudem birgt das Fahren mit Stützrädern auch einige Gefahrenquellen.

Egal ob im Kinderfahrradanhänger, auf dem Kindersitz, dem Nachzieh-, Lauf- oder Spielrad: Kinder sollten auf jeden Fall einen Fahrradhelm tragen – und Eltern ihnen dabei ein Vorbild sein.

1 Kommentar

  1. Zum Thema Stützräder haben wir eine klare Empfehlung: besser ohne!

    Bei unserer Großen haben wir es anfangs mit Stützräder versucht. Problem war dann, das wir ihr das dadurch gewonnene Sicherheitsgefühl wieder nehmen mussten, als wir die Stützräder entfernt haben. Da sie insbesondere mit dem Gleichgewicht Schwierigkeiten hatten, haben wir bei unserem Kleinen darauf geachtet das er mit dem Lauflernrad Early Rider den idealen Einstieg bekam. Der Umstieg auf das Fahrrad war für ihn dann wesentlich leichter las für seine Schwester.

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