Vorsicht Kids! – Sicher durch die dunkle Jahreszeit

Wenn es im Herbst und Winter spät hell und zeitig dunkel wird, haben viele Eltern ein ungutes Gefühl, wenn ihre Kinder draußen unterwegs sind. Und das zu Recht! In den dunklen Jahreszeiten und vor allem in den frühen Morgenstunden sind die Kleinen besonders gefährdet. Egal ob als Fußgänger oder Radfahrer – mit normaler Kleidung sind sie für Autofahrer nur schwer erkennbar. Wenn man ein paar Punkte beachtet, kann man die Sicherheit der Kids erheblich verbessern. Wir verraten euch wie.

Reflektoren machen den Unterschied

90 Prozent der Informationen im Straßenverkehr werden mit den Augen wahrgenommen. Bei Dämmerung und Dunkelheit verringert sich die Sehschärfe des Menschen allerdings erheblich. Laut der Deutschen Verkehrswacht sind Kinder in der Dunkelheit mit normaler Kleidung erst ab 25 bis 30 Metern für Autofahrer zu sehen. Mit heller Kleidung erhöht sich dies auf 40 bis 50 Meter – noch immer viel zu wenig! Den Unterschied machen hier tatsächlich Reflektoren, die schon auf eine Entfernung von 130 bis 160 Metern gesehen werden können. Solche Reflektoren kann man in den verschiedensten Versionen tragen. Wir haben die Möglichkeiten für euch zusammengefasst:

Kleidung
Die einfachste Möglichkeit ist es, Kleidung mit bereits integrierten Reflektoren zu tragen. Ganz besonders wichtig ist hier die Jacke. Wer nicht extra neue Kleidung anschaffen möchte, kann die vorhandene Kleidung auch mit entsprechenden Reflektoren ausstatten. Diese gibt es zum Beispiel zum Aufbügeln oder Aufnähen. Mittlerweile gibt es sehr innovative Entwicklungen wie z.B. die Twinkle Kid Mütze. Eine warme Mütze mit 360-Grad-Leuchtbommel und reflektierendem Emblem. Das Video zeigt, welchen Unterschied das Tragen in der Dunkelheit macht. Wenn die Kids also nicht mit dem Rad, sondern zu Fuß unterwegs sind, ist die Mütze ideal.

Taschen
Schulranzen, Sporttaschen und Co. sollten ebenso mit reflektierendem Material versehen sein. Kauft man einen Schulranzen nach DIN-Norm ist dies ohnehin der Fall. Denn bei den Ranzen, die es heute zu kaufen gibt, ist vorgeschrieben, dass ein Teil der äußeren Hülle mit Reflektoren versehen sein muss.

Fahrradhelm
In Deutschland gibt es zwar noch keine Helmpflicht, aber Kinder sollten niemals ohne die schützende Kopfbedeckung auf dem Rad unterwegs sein. Eltern gehen am besten mit gutem Beispiel voran und tragen selbst einen Helm. Den sollte man im Fahrradfachhandel kaufen, denn die fachgerechte Einstellung der Gurtbänder ist entscheidend für die Schutzwirkung. Der Fachhändler ist dafür geschult und stellt den Helm vor Ort ein. Auch beim Fahrradhelm gilt, dass er mit Reflektoren versehen sein sollte.

Capes, Westen, Kragen
Für Schmuddelwetter wie Regen gibt es leuchtende Capes oder reflektierende Schirme. Das ist nicht nur sicherer für die Kleinen, sondern macht auch noch Spaß beim Tragen. Für besondere Gefahrensituationen wie zum Beispiel eine Radtour in der dunklen Jahreszeit sind Warnwesten oder Sicherheitskragen zu empfehlen. Beim Fahrradfahren können Kinder reflektierende Bänder um Arme und Fußgelenke tragen. An Laufrad oder Fahrrad kann man zusätzlich batteriebetriebenes Licht anbringen. So werden die Kinder nicht erst gesehen, wenn sie von den Autoscheinwerfern angestrahlt werden.

Blinkies
Eine andere Möglichkeit sind Reflektoren zum Umhängen, sogenannte Blinkies. Die gibt es in Form verschiedener Figuren. Neben dem Sicherheitsaspekt machen sie den Kids auch noch Spaß. Der Nachteil ist, dass sie oft vergessen oder verloren werden. Fest angebrachte Reflektoren sind daher die bessere Lösung und Blinkies nur als Zusatz zu empfehlen.

Spielerisch die Problematik erklären

Kinder haben eine andere Wahrnehmung. Für sie ist es bereits im Hellen schwierig, Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen. In der Dunkelheit ist das eine noch größere Herausforderung. Daher sollte man ihnen den Unterschied anschaulich erklären. Zum Beispiel kann man in der Dunkelheit mit einer Taschenlampe zuerst die dunkle Kleidung, dann die mit den Reflektoren anleuchten. Der Unterschied wird die Kids verblüffen. Haben sie verinnerlicht, welchen Unterschied das auch für Autofahrer macht, achten sie in Zukunft vielleicht sogar selbst mit darauf, die reflektierende Kleidung anzulegen, um Unfällen vorzubeugen.

2 Kommentare

  1. Stephanie Lobback on

    Lieber Großstadtvater, gern würden wir die Autofahrer überzeugen können, ihre Geschwindigkeit den Sichtverhältnissen anzupassen. Leider liegt das nicht in unserer Macht. Und selbst wenn die Autofahrer angemessen fahren, in der Dämmerung oder Dunkelheit werden Radfahrer und Fußgänger einfach schlechter gesehen. Dass ein Fahrrad gut beleuchtet sein muss, ist gar keine Frage, und gesetzlich ja auch verankert. Aber gerade wenn Kinder – und natürlich auch Erwachsene – im Dunkeln zu Fuß unterwegs sind, sind zusätzliche Lichtquellen ein absoluter Vorteil. Als ich neulich abends mit dem Auto unterwegs war, standen am Straßenrand zwei Fußgänger, einer mit und einer ohne Reflektoren. Der Unterschied war gewaltig. Warum es also nicht auch den Autofahrern etwas erleichtern, dass sie uns sehen? Und sicher gibt es auch vielen Radfahrern ein gutes Gefühl, mit kleinen Hilfsmitteln besser gesehen zu werden – warum sonst sieht man immer mehr Radler mit Warnwesten oder ähnlichem? Der Artikel sollte keineswegs suggerieren, dass wir unsere Kinder im Dunkeln nicht mehr auf die Straße lassen sollten. Aber ich würde auch weiterhin für Kleidung mit Reflektoren oder ähnliche Hilfsmittel plädieren. Natürlich soll niemand sein Kind wie einen Weihnachtsbaum behangen auf die Straße schicken. Die Aufzählung der Lichtquellen war lediglich ein Aufzeigen der Möglichkeiten, aus denen man sich je nach Vorlieben etwas Passendes heraussuchen kann. Sein Kind mit dem Fahrrad zu begleiten, um sie an den Verkehr heranzuführen, ist natürlich auch eine super Sache, die ich nur begrüßen kann.

  2. wie wäre es mal, sich positiv dafür einzusetzen, dass Autofahrer das Sichtfahrgebot beachten?! Da könnte die Polizei viel positiv bewirken. Stattdessen Angstmacher-Sprech, die Kinder behängen wie Weihnachtsbäume, damit die Autofahrer im klimatisierten SUV weiterträumen können. Konsequenz: Am liebsten fahre ich MEIN Kind dann im Touareg ins Klassenzimmer.

    Gute Fahrräder haben Fahrradbeleuchtung. Warum nicht die Kinder mit dem Rad in die Schule begleiten? So lernen sie Verkehr einzuschätzen. Und die Unfälle in der „Pickup Lane“ vor der Schule vermeidet man auch.

    Ein Großstadtvater

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