Kameratrends der Gegenwart und Zukunft

Anlässlich unseres Fotowettbewerbs haben wir uns viel mit dem Thema Fotografie beschäftigt. Es kamen Fragen dazu auf, was mit einer heutigen Kamera bereits alles möglich ist. Diese Überlegungen haben wir zum Anlass genommen, uns mit den aktuellen Kameratrends und den neuesten technischen Entwicklungen zu beschäftigen, wie sie auch im September auf der Photokina vorgestellt wurden. Außerdem wollen wir einen Blick in die Zukunft werfen. Wozu könnten unsere Kameras in den nächsten Jahren fähig sein?

Kompaktkameras – die Kleinen ganz groß

Als 2011 die Verkaufszahlen für Kompaktkameras etwas einbrachen, hieß es, die Hersteller müssten sich etwas einfallen lassen, um mit diesen Geräten im Geschäft zu bleiben. Et voilà! Auf der Photokina, einer der weltweit bedeutendsten Messe für Fotografie, die im September in Köln stattfand, zeigten die Hersteller, was ihre Kompaktkameras mittlerweile können. Breite Panorama-Aufnahmen und Gruppenfotos auf engstem Raum sind dank niedriger Anfangsbrennweite und entsprechenden Weitwinkeln, zum Teil unter 28 Millimetern, mittlerweile möglich. Der Trend geht außerdem zu einer hohen Lichtstärke bei Kompaktkameras, so dass selbst bei geringer Helligkeit rauscharme Bilder entstehen. Immer noch klein und für die Jackentasche geeignet, aber trotzdem fähig qualitativ hochwertige Bilder zu liefern – das ist das Fazit zu den Kompaktkameras nach der Fotomesse.

Systemkameras – nach Belieben kombinieren

Eine Kompaktkamera mit Austauschobjektiv wurde bereits auf der IFA 2008 vorgestellt. Die Vorteile der Automatikfunktionen einer üblichen Digicam wurden mit den vielfältigen manuellen Einstellungen und der freien Objektivwahl einer Spiegelreflexkamera kombiniert. Seitdem kommen immer bessere Systemkameras auf den Markt. Noch ist ihr Marktanteil gering. Doch die Gesellschaft für Konsumforschung erwartet in diesem Jahr eine Steigerung von 28 Prozent. Nach der Photokina wurden Stimmen laut, die sogar davon sprachen, dass die Systemkameras die Herrschaft der Spiegelreflex-Modelle beenden werden. Wir werden sehen, wie sich die Systemkameras entwickeln werden.

Zunehmende Vernetzung

Besondere Beachtung findet derzeit ein Trend mit dem Namen „Mobile Imaging“. Dies bezeichnet das Zusammenwachsen von Kameras und Smartphones, Tablets oder PCs und bietet viele neue Möglichkeiten. WLAN, Touchscreen und Apps sind von Smartphones und Tablets bekannte Technologien, die nun immer öfter in Kameras Einzug halten. Mit den neuen Modellen lassen sich zum einen Fotos schießen und direkt an den Computer oder Fernseher senden oder direkt ins Netz bringen – entweder zum Versenden per E-Mail, Speichern in der Cloud oder zum Teilen in sozialen Netzwerken wie Facebook. Gleichzeitig rücken Kamera und Smartphone immer weiter zusammen. Die neuen Kameras lassen sich mit Apps um zusätzliche Funktionen erweitern und über das Smartphone oder das Tablet steuern, beispielsweise können sie als Fernauslöser dienen.

Und Action! – Cams für wilde Hobbies

Ob beim Bungee-Jumping, im riskanten Mountainbike-Gelände oder auf atemberaubender Klettertour – Extremsportler wollen ihre Erlebnisse für sich und die Nachwelt festhalten. Die Kamerahersteller haben dieses Bedürfnis erkannt und widmen sich zunehmend der Entwicklung von Action-Cams. Egal welche Sportart, es gibt für jede Outdoor-Aktivität die richtige Kamera. Wichtig ist hier vor allem auch das Zubehör. Damit lässt sich das Gerät zum Beispiel passgenau auf den Fahrradlenker, an den Helm oder sonst wo montieren und ermöglicht es so, unvergessliche Momente einzufangen. Nachteil bisher war, dass man – einmal montiert – nicht mehr sehen konnte, was die Kamera macht und ob sie vielleicht sogar ausgegangen ist. Funktechniken wie Bluetooth und WLAN werden dieses Problem zukünftig beheben. So kann ein verbundenes Smartphone als Bildschirm dienen und so helfen, das perfekte Motiv einzufangen.

Zukunftsvisionen

Nach all den gegenwärtigen Entwicklungen, stellt sich die Frage: Was kommt da noch? Eine Zukunftsentwicklung, die immer noch nicht hundertprozentig ausgereift zu sein scheint, aber weiter als heißer Zukunftstrend gehandelt wird, ist das Fokussieren nach dem Fotografieren. Wir haben bereits über die Lichtfeldfotografie berichtet, die mit der Lytro-Lichtfeldkamera für den privaten Gebrauch einsatzfähig werden sollte. Die Revolution: Fokus und Schärfen können nachträglich verändert und dem Bild so im Nachhinein eine ganz andere Note gegeben werden. Natürlich kann das Bild so auch korrigiert werden. Dahingehend könnten sich auch zukünftig die Möglichkeiten der Kameras entwickeln. Das Retuschieren von Bildern, z.B. das Entfernen von Personen, ist bisher nur in der Nachbearbeitung möglich. Zukünftig ist dies vielleicht aber auch direkt auf unseren Aufnahmegeräten machbar. Möglich soll dies dadurch sein, dass die Kamera zusätzliche Motive aufnimmt und der Benutzer anschließend die jeweils gewünschten Teile aus unterschiedlichen Motiven zu seinem gewünschten Foto zusammenfügt.

Viele weitere Funktionen, die uns zum perfekten Bild verhelfen sind denkbar und wünschenswert. Die nächste Photokina wird zeigen, wie die Entwicklungen weitergehen. Doch bei all den Fortschritten, ist auch ein Trend sehr interessant, da er uns auf Vergangenes besinnt. Retro ist im Kommen. Analoge und alt aussehende Kameras, mit denen Fotos und Videos wie damals gemacht werden, sind beliebter denn je. Sie zeigen, dass nicht alle beim Fotografieren nach Perfektion streben, sondern auch das klassische, technisch nicht ausgereifte Fotografieren durchaus Charme hat.

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