Intelligentes Wohnen – das traute Heim der Zukunft

Wer kennt das nicht: Gerade ist man aus dem Haus, da kommen Zweifel auf. Habe ich die Fenster geschlossen? Ist die Kaffemaschine noch an? Habe ich daran gedacht den Stecker vom Bügeleisen zu ziehen? Bald sollen solche Probleme der Vergangenheit angehören. Was aktuell noch nach Zukunftsmusik klingt, nennt sich intelligentes Wohnen. Die Verbindung mit unserem Zuhause auch von unterwegs – beispielsweise um nach einem langen Tag schon mal auf dem Heimweg Badewasser einzulassen – und die Kommunikation unserer elektronischen Geräte untereinander – wie das Zugreifen auf unsere Fotos und Videos von allen Räumen und Endgeräten aus – sollen uns den Alltag erheblich erleichtern.

Was ist Intelligentes Wohnen?

Es gibt viele Begriffe für diese Entwicklung – neben „Intelligentem Wohnen“ auch „Connected Home“, „Smart Living“ oder „Heimvernetzung“. Hinter ihnen verbergen sich zahlreiche technische Innovationen für Leben und Arbeiten im privaten Wohnbereich. Alle diese Begriffe haben gemeinsam, dass sie den Bewohnern Systeme zur Verfügung stellen, die ihre individuellen Bedürfnisse nach Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz erfüllen.

Der Wunsch nach Heimvernetzung beim Verbraucher ist da. Bereits 2010 gaben laut BITKOM 41 Prozent der Deutschen an, in einem vernetzten Haus leben zu wollen. Der Branchenverband sieht großes Marktpotenzial in der Heimvernetzung und meint, das Zusammenspiel von verschiedenen Geräten wird in der Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Um die 50 Geräte gibt es durchschnittlich in einem Haushalt. Die meisten davon fristen allerdings noch ein Inseldasein. Im Alltag bedeutet dies oft Kabelsalat, viele Fernbedienungen, zum Teil eine komplizierte Bedienung der Geräte und hoher Stromverbrauch. Allerdings haben viele Menschen derzeit noch Bedenken und schrecken vor der Vernetzung ihres Zuhauses zurück, da sie eine noch kompliziertere Bedienung und eine nicht beherrschbare Technik fürchten. Doch intelligentes Wohnen geht genau diese Probleme an. Die Bedienung soll erleichtert, der Wohnkomfort gesteigert und die Sicherheit erhöht werden. Auch barrierefreies Wohnen und ein effizienterer Energieverbrauch sollen durch die Heimvernetzung erreicht werden.

Umgesetzt hat die bisherigen Möglichkeiten der Heimvernetzung bisher nur ein Bruchteil der Deutschen. Den meisten fehlt es an Informationen darüber, was konkret in ihrem Zuhause umgesetzt werden kann.

Heimvernetzung und die Anwendungsmöglichkeiten

Intelligentes Wohnen bezieht sich auf verschiedene Bereiche im Haus. Der Bereich Entertainment und Lifestyle ist schon recht weit entwickelt, die Möglichkeiten aber längst noch nicht ausgeschöpft. Viele Menschen sehen nicht mehr nur fern, sondern möchten ihr TV-Gerät auch zum Anschauen von Fotos, Filmen und Videos aus dem Internet nutzen. Die Hersteller reagieren auf diese Wünsche mit hybriden Fernsehern. Und auch die Inhalte werden angepasst, damit sie einwandfrei auf dem Fernsehgerät betrachtet werden können. Zukünftig soll es noch mehr verknüpfte Inhalte und Zusatzapplikationen geben. Die zentrale Speicherung von Fotos, Videos und Co. in der Wohnung und die Abfrage von verschiedensten Geräten wie PC, Smartphone oder Fernseher ist ebenfalls eine Entwicklung, die schon gut vorangeschritten ist.

Das Heimnetzwerk wird in Zukunft auch verstärkt den Bereich Arbeit und Kommunikation betreffen, vor allem da die Arbeitswelten flexibler werden. Verlagert sich das Büro ins eigene Zuhause, muss das Home-Office entsprechend eingerichtet sein. Dafür ist beispielsweise ein einziges zentral ansteuerbares Multifunktionsgerät, das Drucker und Scanner beinhaltet und das mit allen Computern im Netzwerk verbunden werden kann, effizient und daher sinnvoll. So spart man sich das Geld für viele verschiedene Geräte und kann in ein leistungsfähiges Modell investieren.

Im Bereich der modernen Haushaltsführung können in einem vernetzten Heim so einige Aufgaben an die Schaltzentrale delegiert werden. Von der automatischen Ansteuerung der Jalousien und Markisen zur Abdunkelung über die separate Einstellung der Beleuchtung für jeden Raum bis hin zur Bewässerung des Gartens abhängig vom Wetter ist eine Menge möglich. Die Temperatur der Heizung kann automatisch bei Abwesenheit oder geöffneten Fenstern gesenkt werden. Beim Kochen öffnen sich die Fenster und die Lüftung schaltet sich automatisch ein. Für ein besseres Klima ist es auch möglich, dass sich Heizung, Lüftung und Jalousien untereinander abstimmen und so ein energieoptimiertes, angenehmes Klima erzeugen. Auch in Sachen Barrierefreiheit ist die Heimvernetzung eine große Errungenschaft, denn die gesamte Technik im Haus kann von mobilitätseingeschränkten Menschen ohne fremde Hilfe genutzt werden.

Sicheres Wohnen ist eine weitere Anwendung des intelligenten Wohnens. Einbruch, Wasserschaden oder gar Feuer werden vom Haus erkannt und können an das eigene Mobiltelefon oder externe Dienstleister gemeldet werden. So ist ein schnelles Handeln möglich, um das Schlimmste zu verhindern. Das Abschalten aller Haushaltsgeräte wie Kaffeemaschine, Herd oder Bügeleisen kann beim Verlassen des Hauses automatisch geregelt werden. Ein besonderer Clou ist eine Anwesenheitssimulation im Urlaub. Mit Hilfe einer Zeitsteuerung werden Beleuchtung und Jalousien reguliert, so dass Fremde gar nicht erst auf die Idee kommen, dass niemand Zuhause ist.

Ein letzer Bereich ist die Gesundheitspflege und Ernährung, deren Entwicklungen allerdings noch Zukunftsmusik sind. In Studien wird bereits erprobt, wie ein vernetztes Haus eine gesunde Lebensweise unterstützen kann. Der Küchenassistent zum Beispiel übernimmt die Vernetzung von Küchengeräten zur Zubereitung von gesunden Mahlzeiten und dient als Kommunikationsmedium für die Bewohner. Ein smarter Kühlschrank prüft die Haltbarkeit der Lebensmittel im Kühlschrank und bestellt bei Bedarf sogar nach. Ähnlich soll die Heimapotheke funktionieren, die den Bestand und das Verfallsdatum der Medikamente überprüft und wenn nötig nachbestellt.

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