Handysucht: Hat’s euch erwischt?

Kennt ihr das? Ihr sitzt gemütlich mit einem Freund im Café und er hängt permanent am Handy. Das ist nicht nur unhöflich, sondern kann sich auch negativ auf die Freundschaft auswirken. Für viele Menschen ist das Handy längst zum ständigen Begleiter geworden. Jede Sekunde müssen sie das Display checken. Am nervigsten ist es, wenn sie auch noch den Klingelton und am besten noch die Tastentöne anhaben. Das kann einen schon manchmal zur Weißglut treiben. Ich selbst habe mich schon einige Male über Freunde aufgeregt, die während eines Treffens das Smartphone nicht aus der Hand legen konnten.

Neulich zum Beispiel traf ich mich mit einer Freundin. Nach circa drei Stunden wollte ich mal kurz auf mein Handy schauen. Da erhob sie ihre Stimme und rief „Handypause!“. So hatte ich Zeit, kurz die Whatsapp-Nachricht meines Freundes zu checken. Meine Freundin indes checkte gefühlte hundert Nachrichten. Nach drei Minuten war sie immer noch fleißig am Tippen. Inzwischen waren fünf Minuten vergangen. Ich schaute in der Gegend herum und wartete geduldig. Ich sah Leute, die zur Bahn gingen und gleichzeitig auf dem Handy tippten, Leute, die über ihr Handy Musik hörten und Paare, die nicht miteinander redeten, aber beide zusammensaßen und auf ihren Smartphones rumtippten.

Das war das Schlüsselerlebnis. Jetzt wollte ich es wissen: Wann ist man eigentlich handysüchtig? Von Handysucht hat man schon mal gehört, aber anscheinend nimmt sie niemand wirklich ernst. Wie viele Menschen sind davon betroffen? Wer ist gefährdet? Ab wann sollte man die Reißleine ziehen? Ich fing an zu googeln. Ergebnis: Handysüchtige Menschen zeigen bei Handyentzug ähnliche Symptome wie Alkohol-, Nikotin- oder Drogensüchtige, also starkes Verlangen, Kontrollzwang und Entzugserscheinungen. In manchen Ländern ist die Handysucht schon eine anerkannte Krankheit. In Großbritannien wird die Angst ohne Handy zu sein, als „Nomophobie“ bezeichnet, abgeleitet von „no mobile phone phobia“.

Hat’s euch auch erwischt? Wenn ihr wissen wollt, ob euer Verhalten schon grenzwertig ist, könnt ihr das in einem Test zum Beispiel hier oder auch hier herausfinden. Diese können natürlich keine medizinische Diagnose liefern, aber eine Einschätzung, ob ihr euer Nutzungsverhalten überdenken solltet. Ich habe es ausprobiert und die Tests lagen gar nicht mal so falsch.

Mein persönliches Fazit: Ich finde das Handy sehr praktisch und nutze alle Möglichkeiten mehr oder weniger aus. Dennoch kann und möchte ich auch bewusst mal abschalten und mein Gerät einfach liegen lassen. Ich weiß, wo meine Grenzen sind und wenn von heute auf morgen alle Handys verschwinden würden, dann könnte ich auch ganz gut ohne leben. Für diesen Fall sollte ich mir allerdings schnell noch die Postadressen meiner Freunde aufschreiben.

1 Kommentar

  1. Pingback: Unter die Lupe genommen: ShutApp – Digital Detox › Versicherung, Technik & Co.

Hinterlasse einen Kommentar