Jetzt wird’s teuer: Bußgelder gibt’s auch beim Fahrradfahren

Mein gestriger Weg mit dem Fahrrad zur Arbeit war teuer. Ich war eh schon etwas spät dran und trat daher heftiger in die Pedalen als sonst. Bei der roten Ampel machte ich auch keinen Halt, bestand doch keine Gefahr durch Autos oder Fußgänger. Leider blöd gelaufen: 50 Meter weiter wartete eine Streifenpolizistin auf mich. Diskutieren half nichts, Fahrradfahrer müssen sich genauso an die Straßenverkehrsordnung halten wie Autofahrer. Das heißt, auf mich warten jetzt 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Und ich hatte noch Glück, denn wäre die Ampel länger als eine Sekunde rot gewesen, hätte ich 100 Euro blechen müssen. Die hohe Gebühr hat mich sehr überrascht. Und so habe ich mir die Frage gestellt: Für welche Vergehen werden Fahrradfahrer eigentlich zur Kasse gebeten?

Alkohol am Lenker

Das Fahrrad ist keine Alternative zum Auto, wenn man etwas zu tief ins Glas geschaut hat. Alkohol am Lenker ist genauso verboten wie Alkohol am Steuer. Fahrradfahren mit 1,6 Promille gilt als Straftat und wird mit drei Punkten in Flensburg geahndet. Dazu kommt eine Geldstrafe und eine Medzinisch-Psychologische Untersuchung (MPU). Fahrradfahren kann aber auch schon mit weniger Alkohol im Blut kritisch werden. Wer auffällig – zum Beispiel in Schlangenlinien – fährt und einen Unfall verursacht, kann schon mit 0,3 Promille mit einer Strafanzeige rechnen. Habt ihr etwas zu viel getrunken, solltet ihr also vorsichtshalber ein Taxi nehmen.

radwege

Nicht auf dem Radweg unterwegs

Gibt es einen beschilderten Radweg, kann es teuer werden, wenn man anstelle die Straße benutzt. Wer nicht auf dem vorgesehenen Radweg oder sogar in die falsche Richtung fährt, ist 20 Euro ärmer. Das gilt auch fürs Fahrradfahren ohne eine so genannte lichttechnische Einrichtung. Ein Dynamo oder auch eine batterie- oder akkubetriebene Lampe ist Pflicht. Dabei ist zu beachten, dass diese mindestens 6 Volt haben muss. Darüber haben wir auch schon in einem anderen Blog-Beitrag berichtet.

Mit dem Telefon unterwegs

Ebenso kann telefonieren beim Fahrradfahren teuer werden. Wer mit dem Handy am Ohr erwischt wird, dem winkt ein Strafgeld in Höhe von 25 Euro. Hier ist eine Freisprecheinrichtung mit Sicherheit die günstigere Alternative.

Musik und Fahrrad

Überrascht hat mich, dass ich als Fahrradfahrerin Musik hören darf. Allerdings darf die Musik das Hören im Straßenverkehr nicht beeinträchtigen. Was ich bei meinen Recherchen auch noch erfahren habe: Neben meinem Bußgeldbescheid für die rote Ampel kommen auch noch Zustellungskosten in Höhe von 28,50 Euro auf mich zu. Macht insgesamt satte 88,50 Euro. Für das Geld hätte ich genau 36,875 Mal mit der Bahn oder viermal mit dem Taxi zur Arbeit fahren können. Das war mit Abstand der teuerste Weg zur Arbeit, den ich je hatte.

Die wichtigsten Bußgelder für Fahrradfahrer und Punkte

Quelle: www.adfc.de

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