Elektroschrott

Beim Trennen vom Müll sind die Deutschen Weltmeister. Akribisch wird Papier von Plastik – und im besten Falle auch noch Bioabfall vom Restmüll – getrennt und auf die entsprechenden Wertstofftonnen verteilt. Beim Elektroschrott sieht das ganz anders aus. Hier sind wir lediglich Vorreiter im Horten von Geräten. Alte Handys füllen unsere Schubladen, kaputte Kleingeräte werden in den Hausmüll geworfen. Waschmaschinen, Fernseher und Co. stehen monatelang im Keller. Manche stellen ihre ausrangierten Geräte einfach auf die Straße, in dem Glauben, damit noch etwas Gutes zu tun. Hier erfahrt ihr, warum man damit eher das Gegenteil bewirkt, und wie ihr eure Altgeräte am besten entsorgt.

Das Dilemma mit dem Elektroschrott

Seit März 2006 ist es verboten, Elektrogeräte im Hausmüll zu entsorgen – das gilt auch für kleine Exemplare wie Rasierer oder Funkwecker. Solche Geräte beinhalten Schadstoffe, die der Umwelt schaden und deshalb gesondert entsorgt werden müssen. Elektroschrott ist außerdem ein wichtiger Rohstofflieferant, der wertvolle Metalle enthält, die wiederverwertet werden können. Altgeräte zu horten anstelle sie zu entsorgen, ist auch keine gute Idee. Denn so bunkert ihr Rohstoffe. Die fehlen an anderer Stelle und müssen neu gewonnen werden, was wesentlich aufwendiger ist. Und wer Geräte auf die Straße stellt, riskiert, dass dubiose Händler sich daran bereichern. Bedürftige kommen meist gar nicht zum Zug, das Gerät für sich zu beanspruchen. Der eingesammelte Schrott wird oft illegal ins Ausland verschoben. Ganze Container mit kaputten Elektrogeräten werden nach Asien und Afrika verschifft. Dort werden die Geräte ausgeschlachtet: Arbeiter, oft Kinder, zerlegen den Schrott, fackeln Kunststoffgehäuse und Kabel ab, um an die wertvollen Metalle zu kommen. Sie arbeiteten stundenlang im beißenden Rauch, atmen giftige Dämpfe und Staub ein, viele werden krank. Boden, Luft und Wasser werden verseucht.

Was können wir tun? – Ein Überblick

1. Der Recyclinghof
Verbraucher sind verpflichtet, ausrangierte Elektronik-Altgeräte bei kommunalen Sammelstellen abzugeben. Etwa 1.500 Recycling- und Wertstoffhöfe nehmen in Deutschland kostenlos privaten Elektroschrott an. Die nützliche eSchrott App hilft euch bei der Suche nach der nächstgelegenen Sammelstelle. Örtliche Entsorger kommen aber auch nach Hause und holen haushaltsübliche Großgeräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen, Elektroherde, Geschirrspüler oder Fernseher gegen eine Gebühr im Rahmen eines Sperrmüll-Auftrages ab. In ländlichen Regionen, wo der Weg zum nächsten Wertstoffhof weit ist, stellen die Kommunen häufig Container auf, in denen alte Elektrogeräte entsorgt werden können. In manchen Regionen gibt es sogar ein Wertstoffmobil, das von Ort zu Ort fährt und den Schrott einsammelt.

2. Abgabe bei Händler und Hersteller
Einige Hersteller bieten freiwillige Rückgabesysteme für ihre Kunden an. Beim Kauf eines neuen Elektrogeräts gehört es bei vielen Händlern zum guten Service, das alte Gerät gleich mit einzusammeln. Gerade große Handelsketten sind aber auch so bereit, alte Geräte anzunehmen. Eine Übersicht über Rückgabestellen im Handel gibt es allerdings nicht.  Fragt also einfach mal beim Händler eures Vertrauens nach, ob er den alten Kühlschrank zurücknimmt, bevor ihr ihn ins Auto verfrachtet.

3. Verkaufen
Ihr habt euch endlich einen neuen Fernseher geleistet, aber wollt die alte Röhre nicht wegschmeißen? Der erste Gedanke ist oft, das antike Stück im Internet zu verticken. Eine kleine Anzeige auf eBay oder auf lokalen Plattformen für Selbstabholer kann sich lohnen. Allerdings solltet ihr bei manchen Geräten nicht zu viel erwarten. Für alte Röhrenfernseher beispielsweise gibt es inzwischen bestenfalls einige wenige Euro. Die Flut an Angeboten im Internet ist einfach zu groß. Schnell und einfach geht der Verkauf zum Beispiel mit der Stuffle App: einfach anmelden, Gerät fotografieren und einstellen. App-Usern werden Angebote in ihrer Nähe angezeigt. Vielleicht hat ja noch jemand Verwendung für eure ausrangierten Teile.

Es gibt auch einige Plattformen im Internet, die vorzugsweise gebrauchte Handys oder Tablets aufkaufen. Allerdings kann man nur mit relativ neuen und funktionsfähigen Geräten noch gutes Geld machen. Was euer Gerät noch wert ist, könnt ihr meist auf der Webseite der jeweiligen Ankaufplattform ermitteln, wie zum Beispiel bei verkaufsuns.de.

4. Verschenken und Spenden
Wenn das große Geld beim Verkauf des Altgeräts nicht mehr winkt, es für die Verschrottung aber zu schade ist, bleibt noch die Möglichkeit des Verschenkens. Manchmal findet sich im Bekanntenkreis jemand, der Bedarf hat. Ansonsten gibt es aber auch karitative Einrichtungen, die sich über die Sachspende freuen. Einige Behindertenwerkstätten nehmen alte und defekte Geräte an, um sie zu reparieren. Wer keine Idee hat, wem er mit seinem alten Gerät noch etwas Gutes tun könnte, kann sich im Internet mal nach nicht-kommerziellen Verschenkportalen umschauen. In Berlin hat die Stadtreinigung (BSR) zum Beispiel einen Verschenkmarkt eingerichtet, bei dem man kostenlose Inserate aufgeben kann. Auch eine App steht dort zur Verfügung.

5. Elektro-Recycling per Post
Für die ganz Bequemen gibt es zumindest für kleinere Geräte wie leere Druckerpatronen, Computerbauteile oder alte Handys eine einfache Möglichkeit, sich von den Dingen zu trennen. Man kann sie in einen Briefumschlag stecken und ohne Porto an einen privaten Wertstoffverwerter schicken. Anstatt einer Briefmarke braucht man dafür die Versandmarke Electroreturn, die auf der Homepage der Post zum Ausdruck bereit steht. Die Post liefert diese Umschläge dann direkt an eine Verwertungsanlage.

Apropos Handys!

Handys sind wohl die Geräte, die wir zu Hauf in unseren Schubladen herumliegen haben. Dabei gibt es auch hier sehr einfache Möglichkeiten, alte Mobiltelefone loszuwerden. In einem früheren Blogartikel haben wir dazu bereits berichtet. Handys können samt Zubehör in den Filialen der Mobilfunkanbieter abgegeben werden. Oder man fordert bei einem der Anbieter einen Umschlag an, in dem man die Geräte kostenlos zurückzuschicken kann. Gleichzeitig kann man damit auch etwas Gutes tun. Viele Mobilfunkunternehmen unterstützen gemeinnützige und Umweltorganisationen beim Handyrecycling. Man kann sein Gerät aber auch direkt an Organisationen wie beispielsweise die Deutsche Umwelthilfe oder den Naturschutzbund abgeben und damit helfen, wertvolle Ressourcen zu schonen und die Organisationen finanziell zu unterstützen.

Also, einfach mal ausmisten und weg mit den alten Geräten. Das schafft Platz und ein gutes Gefühl!

Hinterlasse einen Kommentar