E-Bike: Worauf beim Kauf achten?

E-Bikes liegen voll im Trend. Das bestätigt ein Blick in die Zahlen. Über 5.200 Modelle haben die Anbieter von Elektro-Fahrrädern laut Online-Portal Greenfinder hierzulande inzwischen parat. Wahre Verkaufsschlager sind die komfortablen City-E-Bikes, die für Langstrecken geeigneten Trekking-E-Bikes und die sportlichen E-Mountainbikes. Doch egal für welches Modell man sich entscheidet, wer lange Freude an seinem Elektrogefährt haben möchte, sollte einige Dinge beim Kauf beachten.

Mit oder ohne Führerschein:
Den größten Marktanteil der E-Bikes machen mit 95 Prozent die Pedelecs aus, um die es hier im Blogartikel auch geht. Pedelecs (Pedal Electric Cycle) funktionieren mit Pedale und einem unterstützenden Elektromotor. Das heißt: Nur wer in die Pedale tritt, kann den Motor hinzuschalten. Dessen Leistung muss auf maximal 250 Watt und die Geschwindigkeit auf 25 km/h begrenzt sein, nur dann gilt das Pedelec rechtlich als Fahrrad und kann ohne Führerschein gefahren werden. Wer es schneller haben möchte, benötigt ein so genanntes S-Pedelec (Speed Pedelec), das bis zu 45 km/h unterstützt, für das aber unter anderem Mofa-Führerschein und Kennzeichen Pflicht sind. Selbige sind auch beim E-Bike Pflicht, das gänzlich ohne Treten auskommen und rein elektrisch fahren kann.

Kaufpreis:
Die Faustregel für den Kaufpreis eines E-Bikes bzw. Pedelecs bringt Marcus Degen, Gründer des Fahrrad-Magazins Velomotion, auf den Punkt: „Ein gutes E-Bike kostet in etwa das zwei- bis zweieinhalbfache dessen, was das Äquivalent als Nicht-E-Bike kostet.“ Kostet also ein gutes normales City-Rad heute noch etwa 1.000 Euro, muss man für das E-City-Rad dementsprechend 2.500 Euro berappen. 3.500 Euro wirft Degen als Preisangabe für ein gutes E-Mountainbike in die Waagschale. Im Schnitt berappen Käufer 2.553 Euro für ein Elektrogefährt, so das Portal Greenfinder.

Akku-Leistung:
Wie weit man mit dem Akku des E-Bikes kommt, verrät die Angabe der Wattstunden (Wh). Bei 300 Wattstunden schaffen moderne Akkus in der höchsten Unterstützungsstufe des Motors – meist gibt es drei – 20 bis 30 Kilometer. Bei weniger Motor-Kraftzugabe bringt es ein modernes Pedelec auch mal auf bis zu 90 Kilometer. Die Reichweite des E-Bikes hängt allerdings nicht allein von dem gewählten Motor-Unterstützungsgrad und der Wattstundenzahl des Akkus ab. Auch persönliche Fahrweise, Streckenprofil und Gewicht des Fahrers sind entscheidend. Kleiner als 300 sollte die Wattstundenzahl wegen der geringen Reichweite aber besser nicht sein.

Motorposition:
Wie viel Freude man am E-Bike hat, hängt auch davon ab, wo der Motor sitzt: vorne, in der Mitte oder hinten. Mittelmotoren sind durch ihren zentralen Schwerpunkt dem Fahrgefühl eines normalen Fahrrads am nächsten. Wer es sportlich mag, setzt auf einen Motor im Heck. Am günstigsten sind Front-Antriebe. Hat ein Rad einen solchen Front-Motor, ist das allerdings ein Indiz dafür, dass das E-Bike „nicht mehr auf der Höhe der Zeit“ ist, sagt Velomotion-Gründer Degen.

Schaltung:
Naben- oder Kettenschaltung: Wie beim normalen Fahrrad auch, können E-Bike-Käufer zwischen diesen beiden Schaltsystemen wählen. Kettenschaltungen haben den Vorteil, dass mit ihnen ein flüssiger Gangwechsel möglich ist. Gerade sportliche Fahrer schätzen das. Dafür sind Kettenschaltungen etwas anfälliger und wartungsintensiver und es gibt sie nicht mit Rücktrittbremse. Bei einer Nabenschaltung muss man beim Schalten Druck vom Pedal nehmen, was die Geschwindigkeit etwas drosselt. Gemütliche Fahrer stört das nicht. Im Gegensatz zur Kettenschaltung verfügen Nabenschaltungen dafür über einen Rücktritt, der für mehr Sicherheit beim Bremsen sorgt.

Bremsen:
No-Go für E-Bikes sind Seilzugbremsen, die auf der Felge bremsen. Denn mit um die 20 Kilogramm sind E-Bikes deutlich schwerer als herkömmliche Fahrräder. Um die Elektro-Schwergewichte sicher zum Stehen zu bekommen, sollten E-Bike-Fahrer immer auf ein Rad mit hydraulischem Bremssystem setzen.

Probefahrt:
Beim Kauf eines E-Bikes verhält es sich nicht anders als beim Kauf eines herkömmlichen Bikes. Die Goldene Regel lautet: eine ausgedehnte Probefahrt ist ein Muss. Wer vor dem Kauf selbst in die Pedale tritt, erkennt schnell, ob das Gefährt das richtige Fahrgefühl aufkommen lässt. Unterwegs lassen sich zudem Schwachstellen wie zum Beispiel flatternde Schutzbleche ausmachen, die im Stand nicht so leicht festzustellen sind. Im Zweifelsfall ist es immer besser, das Rad bei einem Fachhändler zu kaufen – denn der kennt sich aus und kann individuell beraten.

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