Drahtloszauberei: So funktionieren NFC-Tags

Schön bunt sehen die kleinen runden, wahlweise auch eckigen, Klebe-Buttons aus dem Internetshop aus. Mal ist „Tap here“ darauf zu lesen, mal prangt ein kleiner Android-Roboter, mal das Wi-Fi-Symbol darauf. Die so genannten NFC-Tags gibt es schon seit einiger Zeit am Markt. Aufgaben lassen sich mit einer entsprechenden App auf ihnen programmieren. Hält man ein Smartphone oder Tablet dann dicht an solch einen programmierten Tag heran, setzt es die Aufgabe um und schaltet zum Beispiel in den Stumm-Modus, stellt den Wecker oder loggt sich ins WLAN-Netzwerk ein – oder macht alles gleichzeitig, falls der Tag so programmiert ist. Doch wie alltagstauglich sind die schlauen Aufkleber? Und was ist NFC überhaupt?

NFC steht für „Near Field Communication“ – also für die Kommunikation zwischen zwei Elementen, die sich nah beieinander befinden. NFC ist neben Bluetooth ein Funkstandard, um Daten drahtlos zu übertragen. Nicht alle Smartphones sind allerdings mit NFC ausgestattet. Eine Übersicht über Handys mit NFC findet ihr hier. Ich habe Glück: Mein Smartphone ist NFC-fähig. Und so bestelle ich mir ein paar dieser Tags im Internet. Teuer ist das nicht. Schon ab 50 Cent pro Stück sind die schlauen Buttons zu haben. Jetzt gilt es noch, eine entsprechende App für das Programmieren aufs Smartphone zu laden. Ich entscheide mich für Trigger. Und schon kann’s losgehen.

Um den ersten Tag zu programmieren, benötige ich länger als gedacht. Zwar schreibt die Computerzeitschrift Chip, dass Trigger (vormals „NFC Aufgaben-Launcher) ein „echter Zeitsparer“ sei. Doch mit dem Zeitsparen wird es bei mir zumindest am Anfang nichts. Trigger durchschaue ich erst mit etwas Übung. Etwas intuitiver könnte die Bedienung schon sein.

Hat man den Dreh aber erst einmal raus, macht die Sache so richtig Spaß: Zuerst programmiere ich einen Tag mit der Aufgabe „Bett“. Den klebe ich eben dort hin. Halte ich mein Smartphone dran, schalten sich Stumm-Modus und Wecker ein. Wiederhole ich den Vorgang und halte das Handy erneut an den Button, mache ich alles wieder rückgängig. Switch-Funktion nennt sich das – also von einer Aufgabe in die nächste wechseln. Meine Programmierlust kennt keine Grenzen und so fertige ich gleich noch einen Tag an – und zwar einen für Gäste. Mit diesem Button sollen sich Besucher mit ihrem Smartphone ohne viel Aufwand in mein WLAN-Netz einloggen können. Das funktioniert freilich nur, wenn auch das Gäste-Handy NFC unterstützt. Und fürs Büro programmiere ich einen Button, der mein Handy beim ersten Berühren stumm und beim zweiten Berühren laut schaltet.

Nach etwas Experimentieren steht fest: Tags zu programmieren, ist gar nicht so schwer und macht jede Menge Laune – hat aber bisweilen seine Tücken. Welche? Zum einen funktioniert NFC nur mit entsperrtem Bildschirm. Das ist lästig, wenn man es eilig hat. Zum anderen versagen die Tags auf Metall. Klebt man sie auf eben dieses Material, macht das Handy nichts von dem, was es eigentlich machen sollte. Für ersteres Problem hält das Internet einige Lösungen parat, für die man allerdings schon etwas Technikverständnis mitbringen muss. Beim zweiten Manko schaffen Spezial-Tags für metallische Oberflächen Abhilfe.

Ach ja: NFC kommt nicht nur bei der Kommunikation zwischen Tags und Mobiltelefonen zum Einsatz. Auch zwischen zwei NFC-fähigen Geräten, etwa einem Handy und einem Tablet, lassen sich Informationen, zum Beispiel Bilder oder Musiktitel, austauschen. Auch das Bezahlen mit dem Smartphone, also Mobile Payment, funktioniert auf Basis dieser Technik. Hierzulande steckt Mobile Payment allerdings noch in den Kinderschuhen. In Deutschland laufen derzeit Modellversuche, die die Akzeptanz der Technik testen. So führt der Bezahldienst Paypal zum Beispiel zusammen mit einem Anbieter von iPad-Kassensystemen in Berlin ein Pilotprojekt durch, das bargeldloses Bezahlen per Smartphone in Bars, Cafés und Restaurants rund um den Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte ermöglicht. Nach erfolgreichem Testlauf in der Gastronomie will Paypal die Bezahllösung deutschlandweit auch in anderen Bereichen des stationären Handels wie Boutiquen, Supermärkten und Geschäften einführen.

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