Das neue iPad: Information und Meinung

Apple hat das iPad der dritten Generation am Mittwoch vorgestellt und nennt es schlicht und einfach das neue iPad. In meinem letzten Artikel hatte ich bereits einige Gerüchte zum iPad genannt. Welche sich davon bewahrheitet haben, was das neue „iPad 3“ kann und wie meine Meinung zum neuen iPad ist, das erfahrt ihr in diesem Artikel.

Die gestrige Keynote hatte nicht viele Überraschungen zu bieten. Die meisten Neuigkeiten wurden schon hier und da genannt und so handelte es sich mehr oder weniger nur um eine Bestätigung dieser im Vorhinein aufgeworfenen Gerüchte. Dass das iPad keine Nummerierung mehr trägt und nun einfach wieder „iPad“ heißt, finde ich eigentlich ganz gut. Bei anderen Apple-Geräten, beispielsweise dem iMac oder den MacBooks gibt es auch keine Versionsbezeichnung und man kann sie trotzdem voneinander unterscheiden. Man könnte auch daraus schließen, dass Apple mit dem iPad eine wirklich unabhängige Plattform schaffen möchte, die in Konkurrenz zu normalen Computern und Notebooks tritt. Das Erscheinen weiterer wichtiger Software, wie dem gestern erschienenen iPhoto, bekräftigt diese These.

Hochauflösendes Retina-Display

Das Gerücht bezüglich eines neuen hochauflösenden Retina-Displays hat sich bewahrheitet. Mit meiner Prognose von 90 % Wahrheitsgehalt lag ich also gar nicht so schlecht. Allerdings war dies auch wirklich nicht schwer vorauszusehen. Das neue iPad hat nun eine viermal so hohe Auflösung wie das iPad 2 und ist damit das Gerät mit der höchsten Auflösung, die es jemals bei einem mobilen Gerät gegeben hat. Die Auflösung von 2.048 x 1.536 Pixel liegt sogar noch deutlich über der standardisierten HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel. Das menschliche Auge erkennt auf dem 9,7 Zoll Display keinen einzelnen Pixel mehr. Wer die Auflösung eines iPad 2 im Vergleich mit dem neuen iPad sieht, dem wird die Auflösung des iPad 2 fast grobkörnig vorkommen.

A5X Prozessor

Der neue Prozessor im iPad trägt den Namen A5X. Die zuvor erschienen Fotos vom A5X Prozessor waren also echt. Es handelt sich um einen Dual-Core-Prozessor, das heißt der Prozessor besitzt zwei Rechenkerne. Allerdings enthält dieser einen Quad-Core-Grafikprozessor mit vier Kernen, der sich ausschließlich um die Grafikdarstellung kümmert. Aufgrund der viermal höheren Auflösung ist diese Leistung auch dringend von Nöten, damit es nicht zu störendem Ruckeln kommt. Obwohl der neue Prozessor wesentlich mehr zu leisten hat, soll die Akkulaufzeit auf gleichem Niveau wie beim Vorgängermodell bleiben und bis zu 10 Stunden lang im Betrieb durchhalten. Apple verbaut hierfür einen Akku mit vergrößerter Kapazität (42,5 Wattstunden, statt 25 Wattstunden wie beim iPad 2).

5 MP Kamera

In meinem letzten Artikel hatte ich noch geschrieben, dass es auf jeden Fall eine neue Kamera geben wird. Den Wahrheitsgehalt einer 8 MP Kamera, wie sie das iPhone 4S hat, habe ich allerdings auf 70 % geschätzt. Das neue iPad hat eine wesentliche Neuerung erfahren und eine 5 MP Kamera von Apple spendiert bekommen. Das freut mich sehr, denn so kann man das iPad endlich auch als vollständigen Fotoapparat-Ersatz nutzen, auch wenn es vermutlich etwas befremdlich aussieht mit dem doch recht großen iPad Fotos zu machen. Die Auflösung von 5 MP halte ich für absolut ausreichend für die normale Fotografie. Zudem hat es den entscheidenden Vorteil, dass weniger Speicherplatz für die Fotos verbraucht wird.

Durch die größere Blende von f/2,4 und die weiterentwickelte Linse können wirklich hochwertige Fotos aufgenommen werden. Apple hat zudem einen Infrarot-Hybridfilter integriert, den es so normalerweise oft nur bei teuren Spiegelreflexkameras gibt. Das soll vor allem der Farbgebung der Fotos zugutekommen.

Sprachsteuerung

Obwohl ich fest davon ausgegangen bin und den Wahrheitsgehalt auf 80 % bemessen hatte, hat das iPad kein Siri und bleibt damit vorerst exklusiv für das iPhone 4S. Lediglich die Diktierfunktion von Siri hat nun auch das neue iPad. Zumindest das ist eine echte Hilfe beim Schreiben von E-Mails oder dem Verfassen von Texten in diversen anderen Apps.

Warum Apple auf den Einsatz von Siri auf dem iPad verzichtet, bleibt mir schleierhaft und ich finde es schade, denn Siri hätte dem neuen iPad mit Sicherheit auch gut gestanden und würde die Bedienung in diversen Situationen noch einmal vereinfachen. Ich kann es mir nur so erklären, dass Siri auch vor allem im Zusammenspiel mit der Telefonfunktion vom iPhone seine Stärken ausspielen kann und daher beim iPad nicht zum Einsatz kommt. Trotzdem schade.

4G LTE Internet – oder doch nicht?

Den Wahrheitsgehalt für ein LTE-iPad hatte ich auf 50 % geschätzt. Jawohl, das iPad wird das Turbo-Internet von morgen unterstützen und hat einen LTE-Chip mit an Bord. Wer jetzt allerdings vor Freude aufschreit, sollte kurz innehalten, denn es gibt da ein kleines Problem. Apple gibt die LTE-Übertragung des iPads in seinen technischen Informationen im Frequenzbereich von 700 und 2.100 MHz an, was gut ist, wenn man in den USA oder Kanada wohnt, denn dort wird in diesen Frequenzbereichen gefunkt. In Deutschland wird LTE allerdings bei 800 und 2.600 MHz zum Einsatz kommen. Kurz gesagt, es sieht so aus, als ob der LTE-Chip im iPad nicht kompatibel zum deutschen LTE-Standard ist. Die maximale Geschwindigkeit läge dann bei 21,2 MBit/s, die HSPA+ theoretisch im Downstream ermöglicht.

Apple orientiert sich verstärkt am amerikanischen Markt. Schon damals nutzte man nicht im ersten iPhone den 3G-Standard mit der Begründung, dass neben dem stärkeren Akkuverbrauch, 3G zudem noch gar nicht überall in den USA vorhanden wäre. Die USA waren hier wirklich etwas hinterher, obwohl hierzulande das 3G-Netz schon flächendeckend zur Verfügung stand. Aus diesem Grund mussten wir damals auch mit EDGE vorliebnehmen und auf das schnelle 3G-Internet verzichten. Scheinbar geht Apple wieder den gleichen Weg und nimmt keine Rücksicht auf die Gegebenheiten in anderen Ländern. Das finde ich schade und es bleibt zu hoffen, dass es doch noch eine spezielle Lösung für den deutschen Markt geben wird.

Und sonst?

Das Gerücht eines kleineren iPads hat sich nicht bewahrheitet. Allerdings hatte ich den Wahrheitsgehalt hierfür nur mit 30 % angesetzt und bin auch nicht davon ausgegangen, dass Apple ein solches iPad auf den Markt bringt. Nach wie vor bin ich eher der Meinung, dass Apple früher oder später die Displaygröße vom iPhone etwas vergrößern wird.

Zeitgleich mit dem Erscheinen des iPad der 3. Generation hat Apple auch sein Apple TV überarbeitet. Dieses unterstützt nun Videos mit voller HD-Auflösung. Die Inhalte lassen sich direkt vom iPad oder ganz neu auch aus der Cloud auf das Apple TV streamen.

Auch zahlreiche Anwendungen wurden durch Apple aktualisiert und die vom Mac bekannte Fotoverwaltung iPhoto gibt es nun auch für iPad und iPhone.

Meine Meinung zum neuen iPad und den sonstigen Neuigkeiten

Apple hat mit dem neuen iPad ein solides Update des Vorgängermodells vorgestellt. Diverse Eigenschaften und Funktionen wurden verbessert. Revolutionäre Neuigkeiten gab es zwar nicht von der Keynote zu vermelden, allerdings muss und kann es eben auch nicht immer revolutionär sein. Mir gefallen die Neuerungen sehr gut.

Auch das Apple TV mit der Möglichkeit Full HD abzuspielen und gekaufte Filme immer wieder aus iTunes in der Cloud zu laden, finde ich sehr gut. So kann man sich endlich alle Filme in iTunes kaufen, ohne sie irgendwo abspeichern zu müssen. Im Bedarfsfall greift man einfach auf seine Online-Bibliothek zu und schaut sich den Film per Streaming auf seinem Fernseher an. Genial!

Wir haben das neue iPad bereits bestellt und werden es hier demnächst ausführlich vorstellen. Zudem werden wir ein nigelnagelneues iPad in unserem Blog verlosen. Seid gespannt!

Zwischenzeitlich würde uns allerdings interessieren, wie ihr das neue iPad findet. Wir freuen uns auf euren Kommentar!

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