Morgenmuffel? Mit diesen Gadgets kommst du aus dem Bett

Kennt ihr dieses herrliche Gefühl morgens frisch und ausgeruht aufzuwachen? Nein? Ich auch nicht. Aufstehen zählt deshalb, ehrlich gesagt, nicht unbedingt zu meinen Stärken. Ich beneide Menschen, die schon dadurch aufwachen, dass ihnen Sonnenlicht ins Gesicht scheint oder für die der Alarm eines Lichtweckers ausreicht, um munter in den Tag zu starten. Ich muss mir im Gegensatz dazu drei verschiedene Wecker stellen, um überhaupt die Chance zu haben, rechtzeitig aufzustehen. Klingeln diese dann, wird die Schlummertaste augenblicklich zu meinem besten Freund. Das erschwert den Start in den Tag aber noch zusätzlich. Denn wie jeder Snoozer weiß, ist der Schlaf, den man zwischen den Klingeleinheiten erhascht, nicht sonderlich erholsam. Meistens hat man sogar das Gefühl, noch müder als vorher zu sein. Deshalb nimmt man sich vor, am nächsten Morgen ohne Snoozen aufzustehen. Wenn es dann allerdings so weit ist, scheitert man erneut, weil die Nacht zu kurz war und das Bett zu bequem ist. Nur noch kurz liegenbleiben, fünf Minuten – und schon befindet man sich wieder in der Snooze-Schnarch-Spirale. So konnte es nicht weitergehen, sagte ich mir, und begab mich auf die Suche nach einer Möglichkeit, dem schläfrigen Griff zur Schlummertaste zu entkommen.

Die Auswahl an Aufsteh-Gadgets ist riesig. Ihnen allen gemein ist, dass durch sie das Ausschalten des Weckers erschwert wird. Wer körperliche Betätigung bei gleichzeitigem Aggressionsabbau mag, begeistert sich eventuell für einen Wecker mit integrierter Zielscheibe, den man mit einer Laserpistole „ausschießen“ muss, oder für einen Wurfwecker, den man quer durch den Raum schmeißen soll. Clocky erhöht den Schwierigkeitsgrad noch, denn er rollt sich vom Nachttisch und muss erst eingefangen werden, ehe man ihn ausschalten kann. Nach einer derartigen Verfolgungsjagd ist man sicherlich wach… oder zumindest hat man schon mal das Bett verlassen. Auf diesem Prinzip beruht auch der Fußmattenwecker Ruggie, der erst Ruhe gibt, wenn man sich mit dem gesamten Körpergewicht darauf gestellt hat.

Ich wollte es allerdings zunächst einmal auf einen kostenlosen Versuch ankommen lassen und entschied mich dafür, mein getreues Smartphone in eine gnadenlose Aufsteh-Waffe zu verwandeln. Nach kurzer Recherche im Google Play Store lud ich einige Apps probeweise herunter. Traumatisch bleibt mir der Test der App Shake-It Alarm im Gedächtnis, bei der es unter anderem die Funktion gibt, den Wecker durch lautes Schreien auszuschalten. Das hat in meinem Fall allerdings nicht funktioniert: Ich schrie mein klingelndes Handy über längere Zeit erfolglos an, während meine Nachbarn vermutlich an meiner geistigen Zurechnungsfähigkeit zweifelten.

Den positivsten Gesamteindruck hinterließ bei mir die App Alarmy. Eine Schlummertaste sucht man hier vergebens, dafür bietet die App vier verschiedene Weckvarianten mit unterschiedlichem Terrorisierungsgrad. In der, meiner Meinung nach, mildesten Variante, muss man das Handy einige Male kräftig schütteln, um den Alarm verstummen zu lassen. Hardcore-Snoozer wie ich können das Handy aber problemlos 50 Mal im Halbschlaf schütteln, weshalb ich diese Methode nicht besonders effektiv finde. Schwieriger wird es schon bei Möglichkeit Nummer 2: Hier muss man Matheaufgaben lösen, um den Wecker zum Schweigen zu bringen. Das ist gar nicht so einfach, da er dabei weiter munter klingelt. Sobald ich die Aufgaben gelöst habe, sinke ich erst einmal erleichtert zurück in die Kissen, weil der Mathe-Terror endlich ein Ende hat. So bin ich zwar wach, aber aus dem Bett habe ich es trotzdem noch nicht geschafft. Dafür sorgt aber zum Glück Variante 3. Hierzu legt man beim Stellen des Weckers zunächst ein Fotomotiv fest. Vorzugsweise sollte dies etwas sein, das sich zwar innerhalb der Wohnung, aber außerhalb des Schlafzimmers befindet. In meinem Fall ist es ein Sticker, der in meiner Küche klebt. Davon schießt man ein Foto und speichert es in der App. Klingelt der Wecker, kann er nur dadurch ausgeschaltet werden, dass man eben dieses Motiv erneut ablichtet. Das heißt also, man hat nur zwei Möglichkeiten: Aufstehen und ein Foto machen oder für immer dem Klingeln des Weckers lauschen. Mir fällt die Entscheidung da nicht schwer. Kleines Manko: Ab und zu hat die App Probleme, zu erkennen, dass es sich bei dem geknipsten Bild tatsächlich um das hinterlegte Motiv handelt. Deshalb bedarf es manchmal mehrerer Versuche – wobei der Wecker natürlich fortwährend klingelt und das Nervenkostüm auf eine harte Probe gestellt wird.

Davon abgesehen funktioniert das Aufstehen mit Alarmy allerdings erstaunlich gut. Denn wenn ich erstmal in meine Küche gewetzt bin, lege ich mich auch nicht noch mal ins Bett. Natürlich darf man sich keine Illusionen machen: Diese App verwandelt Morgenmuffel nicht in leidenschaftliche Frühaufsteher. Tatsächlich ist das erzwungene Aufstehen der Laune keineswegs zuträglich. Ich verfluche die App jeden Morgen aufs Neue, weil sie mich zwingt, mein geliebtes Bett zu verlassen. Aber das schafft sie mit Sicherheit – und dafür liebe ich sie.

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