Abgezockt auf Amazon – So geht der Betrug beim Online-Einkauf

Auch beim Marketplace-Riesen Amazon läuft beim Online-Shopping nicht immer alles glatt. Wenn die begehrte Edelstahl-Espressomaschine bei einem Händler anstelle von 1.899 Euro nur  627,90 Euro kostet, solltet ihr auf keinen Fall zuschlagen. Die Gefahr, bei einem derartigen Schnäppchen Betrügern auf den Leim zu gehen, ist einfach zu groß. Ich habe das für euch am Beispiel der besagten super günstigen Kaffeemaschine einmal ausgetestet.

Wie andere dubiose Amazon-Anbieter auch, gibt sich mein Kaffeemaschinen-Verkäufer einen recht merkwürdigen Namen. Nennen wir ihn mal „Super_Artikel“. Mehr als der Name ist über ihn bei Amazon auch nicht zu erfahren. Weder Firmensitz noch eine richtige Kundendienstadresse gibt der Drittanbieter Preis. Lediglich eine Kontakt-E-Mail bekomme ich angezeigt. An  die könne ich mich wenden, um zum Beispiel eine kostenlose Lieferung zu vereinbaren. Das mache ich und frage einfach mal nach, wie ich denn bestellen könne. Wenige Sekunden später schnappt die Falle auch schon zu. Ich bekomme eine Antwort. Die ist nicht nur vollgespickt mit Rechtschreibfehlern, sondern gibt mir merkwürdige Anweisungen. „Diese Überweisung ist nur möglich durch Amazon A-bis-z-Garantie Programm“, heißt es. Damit die Amazon-Transaktion begonnen werden könne, benötige man meine Daten, also Name, Adresse, Handynummer, etc. Es wird mir zugesichert, dass die Daten an Amazon übermittelt werden, sich Amazon dann damit beschäftigen würde. In maximal fünf Tagen sei das Produkt bei mir und ich habe daraufhin sieben Tage, um das Produkt zu testen. Wolle ich das Produkt nicht behalten, würde Amazon den Betrag an den Verkäufer überweisen und ich den Betrag dann zurückbekommen.

Ab hier ist für mich Schluss. Daten preisgeben und so richtig in die Falle tappen möchte ich dann doch nicht. Erfahren, was passieren würde, wenn ich den Anweisungen nachkommen würde, möchte ich allerdings schon. Und tatsächlich finde ich jemanden, der mir eine Antwort geben kann: die Verbraucherzentrale NRW. Dort hat man die Amazon-Betrugsmasche mehrfach unter die Lupe genommen. Zuerst haben die Verbraucherschützer probiert, das gewünschte Produkt direkt über Amazon zu bestellen. Das hatte ich mich gar nicht erst getraut, aus Angst davor, einen Batzen Geld los zu sein. Ergebnis des Bestellversuchs der Verbraucherschützer: Die Bestellung schlug fehl. „Es gab ein Problem“, habe Amazon in einer Fehlermeldung kryptisch geschrieben, der Artikel sei „leider nicht mehr von dem Anbieter erhältlich“.

Auf die Fehlbestellung hin kontaktierten die Tester der Verbraucherzentrale den Shop direkt – genau wie ich – über die angegebene E-Mailadresse. Wie in meinem Fall fragten die angeblichen Verkäufer nach Namen und Anschrift und boten an, die Bestellung erneut zu „platzieren“. Nachdem die geforderten Daten an den Verkäufer geschickt wurden, erreichte die Tester kurze Zeit später eine „Amazon-Bestellbestätigung“ – eine E-Mail mit den eingefügten Daten. Doch die ist eine Fälschung. „Die Zahlart ist, anders als bei Amazon, hoch risikobehaftet: Vorkasse auf ein Auslandskonto.“, warnt die Verbraucherzentrale. Wer jetzt zahlt, sieht mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit weder sein Geld wieder, noch bekommt er das bestellte Produkt zugesandt.

Vor Betrügern auf Amazon könnt ihr euch schützen! Achtet bei Drittanbietern auf folgende Dinge:

  • Ungewöhnlich niedriger Preis
  • Verkäufer will außerhalb der Amazon-Plattform kommunizieren
  • Verkäufer hat kein Impressum
  • Shop hat keine oder nur schlechte Bewertungen
  • Das Geld soll außerhalb der Amazon-Plattform überwiesen werden

Erfüllt ein Verkäufer mehrere dieser Aspekte, handelt es sich laut Verbraucherzentrale wahrscheinlich um einen Fake-Shop.

Der Amazon-Käuferschutz „A-bis-z-Garantie“ gilt im Übrigen nur dann, wenn ihr die Transaktion vollständig über Amazon abwickelt. Überweist ihr Geld auf einem anderen Weg, seid ihr von der Garantie ausgeschlossen.

 

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